Hop on Rauhnacht mit Gesang, Tanz und Mitmachfreude
Der Ach- und der Kontaktchor unter der Leitung von Ulrich Gabriel verbreiteten gute Laune.
Silvia Thurner ·
Dez 2025 · Musik
Der neue Saal „Studa“ in Dornbirn bot einen idealen Rahmen für die Performance des Ach- und Kontaktchores, die gemeinsam die „Hop on Rauhnacht“ zur Wintersonnenwende feierten. Ulrich Gabriel, Mastermind der beiden Chöre, konzipierte ein geistreiches und unterhaltsames Spektakel, das Gesang, Tanz und Sprache vereinte und alle Mitwirkenden zum Mitsingen einlud. Die Stimmung im voll besetzten Saal war hervorragend. Wie fantasievoll der ausgelassene Polterabend am kürzesten Tag des Jahres gefeiert wurde, illustrierten unter anderem ungewöhnliche Liedkombinationen, humorvolle Sketche und das Mitmachstück „Kuliversum“.
Die Mitwirkenden des Bregenzer Achchores und des Dornbirner Kontaktchores sind kreative Köpfe mit großer Freude am gemeinsamen Singen. Ulrich Gabriel hat beide Chöre gegründet und leitet sie. Der Grundgedanke der Chorgemeinschaften folgt der Wirtshauskultur, wie der Chorleiter einleitend anmerkte. Im Mittelpunkt steht das einstimmige Singen aus Freude am gemeinsamen Tun. Die Auftritte der Chöre verstehen sich als Orte der niederschwelligen Begegnung, bei denen das Publikum zum aktiven Mitmachen eingeladen ist.
Im Studa-Saal war eine fantasiereiche Collage aus Liedern und Tänzen zur Weihnachtszeit und darüber hinaus zu erleben. Erzählt wurde die Geschichte vom Nachtvolk, das aus dem Universum angereist kam. Sketches sowie originelle Sprachspiele der KI ergaben eine mitreißende Unterhaltung. Begleitet wurden die einstimmig singenden Chöre mit passenden Playbacks. Zudem begleitete Ulrich Gabriel alle Singbegeisterten live am Keyboard oder mit Akkordeon.
Mit dem „Rauhnachtwalzer“, angelehnt an den berühmten Walzer von Schostakowitsch aus seiner 2. Jazzsuite, kündigte sich das aus dem Weltall anreisende Nachtvolk an. Mit viel Bewegung im Chor wurde das Publikum am Beginn zum Kanonsingen motiviert. Anschließend führte das gelandete Nachtvolk mit „In Dulci Jubilo“ nach Mike Oldfield sowie „Herr Winter bläst sich auf“ in die dunkle Jahreszeit, trieb die Liebe aus und stellte in einer überraschenden Wendung die Frage: „Kann das Meer die Liebe scheiden?“ Zur Freude des Publikums bestand der Clou darin, dass Heino mit seinem bekannten Schlager „Schwer mit den Schätzen des Orients beladen“ via Video einbezogen wurde.
Ein Tannenbaum war in einem Sketch leibhaftig im Studa-Saal präsent und erzählte, wie er gefällt, verkauft, dekoriert und schließlich verbrannt wurde. Amüsante Einblicke aus den Wohnzimmern am Heiligen Abend gewährte der sprechende Tannenbaum. Stimmig dazu erklangen „O Tannenbaum“ und weitere Volkslieder. Gemeinsam wurde auch die Ballade „A ghörige Familie“ von Günther Sohm gesungen. Unterhaltung bot zudem das Mundartgedicht „Hadlstuder Musig“ von Armin Diem aus dem Jahr 1976.
Fantasiereiche Brüche und Mitmachaktionen
In ausgelassener Stimmung sang das Nachtvolk mit dem Publikum den sozialkritisch angehauchten Hit „I bin en Italiano“. Abrupt schwenkte die Musik vom eingängigen Song zu Metallica und dem Thrash Metal Stück „Lux Aeterna“, das viel Energie freisetzte. Nach dem „Weihnachtsjodler“, einem „Campari Soda“ und einem ausgelassen getanzten Twist wurde das Nachtvolk von Major Tom wieder abgeholt.
Das Publikum reagierte begeistert auf die geistreiche Collage voller Anspielungen sowie überraschender Winkelzüge und machte mit großer Freude mit. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die akustische Mitmachaktion mit den reizvollen Sounds im „Kuliversum“.
Zentral für die Performance war das mit viel Humor und mit interessanten kulturhistorischen Informationen versehene Programm- und Liedtextheft. Dieses führte unmittelbar in das Geschehen ein und animierte zum spontanen Mitsingen.
Auf die nächste Landung des Nachtvolkes auf seiner „Hop on Tour“ zur Sommersonnenwende dürfen wir uns freuen.