„Für immer ein Teil von dir – Reminders of Him“ Michael Pekler · Mär 2026 · Film

Auch bei der Adaption dieses Bestsellers von Colleen Hoover handelt es sich um einen Liebesfilm. Diesmal wünscht sich eine junge Mutter, die für den Tod ihres Freundes verantwortlich gemacht wird, nichts sehnlicher als die eigene Tochter kennenzulernen. Ein steiniger Weg vor den schneebedeckten Gipfeln Wyomings, der wenig überraschend keine Überraschungen, aber eine neue Liebe bereithält.

Die US-amerikanische Autorin Colleen Hoover schreibt einen Bestseller nach dem anderen. Das stellt man sich einfacher vor als es ist, denn auch wenn man wie die gebürtige Texanerin bereits mehr als zwanzig Romane und Novellen verfasst hat, müssen dennoch jedes Mal aufs Neue dieselben Themen für die Young-Adult-Zielgruppe variiert werden. Hoovers Bücher heißen in der deutschen Übersetzung deshalb „Nur das Ungesagte zwischen uns“, „Nur noch ein einziges Mal“ und „Zurück ins Leben geliebt“. Für die nicht weniger populären Verfilmungen hat man sich immerhin dafür entschieden, die weniger desaströsen englischen Originaltitel zu behalten, weshalb man nun im Liebesdrama „Für immer ein Teil von dir – Reminders of Him“ schluchzen und schlucken darf. 

Schwieriger Job

Es beginnt damit, dass eine junge Frau ein am Straßenrand aufgestelltes Holzkreuz mitnimmt. Kenna (Maika Monroe) kehrt nach sieben Jahren Gefängnis in ihre Heimatstadt in Wyoming zurück, in der sie ihre große Liebe fand – und verlor. Denn Kenna und Scotty, an den das Kreuz erinnert, hatten auf dem Heimweg von ihrem Lieblingssee in den Bergen einen Autounfall. Damit nicht gleich zu Beginn des Films alles verraten wird, erfährt man die Umstände, warum Kenna im Knast landete, erst später. Wichtiger ist zunächst ihr Versuch, ihre im Gefängnis geborene Tochter, die ihr unmittelbar nach der Geburt weggenommen wurde, kennenzulernen. Das offensichtlich glückliche und wohlbehütete Mädchen lebt bei Scottys Eltern, die von Kennas Entlassung noch nichts wissen, Scottys bester Freund Ledger (Tyriq Withers) hat die Vaterrolle übernommen. Keine leichte Aufgabe also für die junge Mutter, die völlig mittellos und ohne feste Bleibe ankommt. Immerhin findet sie in einem Motel namens Paradise Unterschlupf und durch einen glücklichen Zufall einen Job im Supermarkt – und sie lernt Ledger kennen, der Scottys Buchladen zu einer Bar umgebaut hat.

Gut und gutherzig

Als Autorin der Vorlage, Co-Autorin des Drehbuchs und Co-Produzentin dürfte Hoover mit der Arbeit von Regisseurin Vanessa Caswill, die für die romantische Netflix-Komödie „Love at First Sight“ verantwortlich zeichnet, zufrieden sein. Dass sich Kennas größter Wunsch erfüllen wird, steht ebenso außer Frage wie die Tatsache, dass der Weg dorthin über die Liebe und die Versöhnung führt, aber mit Hindernissen gepflastert ist. Einen so guten und zugleich gutherzigen Mann wie Ledger findet man selbst im Kino selten, während hinter Laramie die schneebedeckten Gipfel der Rockys für eine beeindruckende Kulisse sorgen. Da dürfen Gitarren nicht fehlen: Obwohl Kenna Musik verabscheut und deshalb nicht hört – sie kennt nur traurige Lovesongs, die sie, weil sie noch um Scotty trauert, nur noch trauriger machen würden –, untermalt der britische Filmkomponist Tom Howe nahezu jede Szene mit einem kuschelweichen Score.
„Reminders of Him“ ist ein völlig unglaubwürdiger Liebesfilm über eine völlig unglaubwürdige Liebe. Doch das ist nicht schlimm. Im Kino schlafen, so lautet ein wunderschöner Spruch, heißt dem Film vertrauen. Am Ende von „Reminders of Him“ kann man aufwachen und zumindest in Laramie, Wyoming, ist die Welt wieder in Ordnung. 

ab 12.3., Kino Bludenz (dF), Cineplexx Hohenems (dF, OF am 16. und 18.3.), Cineplexx Lauterach (dF)

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