Farbige Ausschnitte der Welt im Kleinformat
Dreiundzwanzig malerischen Positionen in der Harder Galerie.Z
Karlheinz Pichler ·
Nov 2025 · Ausstellung
Die Galerie.Z beendet ihr Jahresprogramm 2025 mit einer Gruppenschau, an der insgesamt dreiundzwanzig Künstler:innen beteiligt sind. Kuratiert wird sie vom 1982 im steirischen Leoben geborenen und in Berlin lebenden Maler Robert Muntean, der kein klar definitiertes Thema vorgegeben hat, sondern das Kleinformat „40x30 cm“ als verbindende Klammer gewählt hat.
Robert Muntean, der an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Hubert Schmalix sowie in Leipzig studiert hat, ist in Hard kein Unbekannter, war er doch zuvor schon zwei Mal in der Galerie.Z präsent. Und zwar 2017 im Rahmen der von Bernhard Buhmann kuratierten Gruppenausstellung „Galerie M“ sowie 2019 mit seiner Soloschau „Because the Night“. Die von ihm nun für die Ausstellung „40x30“ ausgewählten dreiundzwanzig Kunstschaffenden sind alle der Malerei verhaftet, und er kennt die meisten von ihnen noch von seiner Studienzeit her. Wobei zehn der Partizipierenden wie etwa Gerlind Zeilner, Georg Frauenschuh, Eiko Gröschl oder Katarina Spielmann in Wien leben und dreizehn von ihnen im Raum Berlin, wie zum Beispiel Axel Geis, Fritz Bornstück, Simone Haack oder Antony Valerian.
Allerdings sind nicht alle Teilnehmer:innen deutscher oder österreichischer Nationalität, sondern das Feld wird mit dem aus Estland stammenden Paul Pretzer, dem Dänen René Holm, dem im kanadischen Vancouver geborenen Daniel Domig sowie den aus den USA stammenden Michelle Jezierski und Michael Markwick international aufgemischt. Der letztgenannte, Michael Markwick, hat übrigens auch beim letzten SilvrettAtelier mitgewirkt und war damit in diesem Jahr bereits in Ausstellungen im Künstlerhaus Bregenz sowie im Kunstforum Montafon in Schruns zu sehen. Wie er wissen lässt, ist eines der von ihm dort gezeigten Werke sogar vom vorarlberg museum angekauft worden. In der Galerie.Z ist er nun mit einer für ihn typischen in Acryl und Collage auf Leinwand gefertigten Arbeit zu sehen, in der er den abstrakten Expressionismus seines Heimatlandes weiterführt und sich thematisch an der Schnittstelle zwischen Urbanität und Natur bewegt.
Öl und Acryl auf Leinwand
Alle dreiundzwanzig präsentierten Werke sind technisch gesehen in Öl oder Acryl gehalten, bis auf den Beitrag der 1983 in Ried im Innkreis geborenen Künstlerin Lena Göbel. Göbel wartet mit einem Holzschnitt auf, der den Titel „Eyecandy Lynx“ trägt und die größte wildlebende Katze Europas (Lynx) expressiv als „Augenweide“ (eyecandy) visualisiert. Dem Figürlichen widmen sich aber auch noch andere Positionen. So ist etwa von der 1980 in Linz geborenen Malerin Bianca Regl eine stark vergrößerte Mundpartie „UT (Medea Crop)“ zu sehen, von Franziska Klotz ein sitzendes Mädchen mit Katzenohren, das sich intensiv mit einem Smartphone beschäftigt („Catgirl/Anastasia“) und von Kurator Robert Muntean eine menschliche Figur, die von einem wolfsähnlichen Wesen bedroht wird und sich sukzessive in die Abstraktion aufzulösen scheint. Die malerische Geste und das bewusste Spiel mit Wahrnehmung und Abstraktion sind zentrale Elemente in Munteans Vorgehensmethodik.
Was in der Malerei heute möglich ist
Kurator Robert Muntean präsentiert die dreiundzwanzig Kleinformate eng aneinander geschmiegt in zwei übereinander gesetzten Reihen entlang der Längswand der Galerie. Solcherart dicht und kompakt wie ein Bilderpanorama gehängt, eröffnet sich für den Betrachter die Möglichkeit, sich en passant mit den vielfältigsten Ausdrucksformen, die in der Malerei heute möglich sind, auseinanderzusetzen. Das Spektrum reicht von fotorealistischen Darstellungen über geometrische, figurative, gestisch gesetzte, collagenhafte bis zu altmeisterlichen Variationen. Auf kleinstem Raum breitet sich ein Kaleidoskop zeitgenössischer malerischer Perspektiven aus.
Kurator Muntean sieht in dieser Art der Präsentation vieler kleiner Ausschnitte der Welt in einem kulturellen Umfeld, das zunehmend von Kürzungen und Einsparungen geprägt ist, „eine wesentliche Ressource“. Seiner Einschätzung nach behauptet sich Kunst ohnehin nicht allein durch institutionelle Förderung, sondern vor allem „durch gegenseitige Unterstützung und die Kraft der gemeinsamen Präsentation“.
„40x30“
Aus Wien: Katrin Plavcak, Gerlind Zeilner, Béatrice Dreux, Bianca Regl, Lena Göbel, Isa Schmidlehner, Georg Frauenschuh, Eiko Gröschl, Katarina Spielmann, Daniel Domig
Aus Berlin: Axel Geis, Fritz Bornstück, Philip Grözinger, René Holm, Sador Weinsčlucker, Michael Markwick, Franziska Klotz, Robert Muntean, Paul Pretzer, Jan Muche, Michelle Jezierski, Simone Haack, Antony Valerian
6.11. – 13.12.25
Di, Do 18 – 20 Uhr, Sa, 10 – 12 Uhr, u.n.V.
Galerie.Z, Hard
http://www.galeriepunktz.at