Einundzwanzig unterschiedliche Positionen im Dialog
„Impressionen“ in der Harder Galerie Maximilian Hutz
Karlheinz Pichler · Mär 2026 · Ausstellung

Für die Harder Galerie Maximilian Hutz ist es bereits zur Tradition geworden, mit einer Gruppenausstellung ins neue Programmjahr zu starten. Überschrieb Galerist Maximilian Hutz diese breitgefächerten Schauen von 2021 bis 2025 jeweils mit „Overview“, so verwendet er in diesem Jahr erstmals den Titel „Impressionen“ dafür. Diese Bezeichnung gefalle ihm besser, so Hutz, und er bringe auch besser das Zusammenspiel und die Gegenüberstellung unterschiedlichster Positionen zum Ausdruck.

Insgesamt sind bis 2. Mai aktuelle Werke von einundzwanzig Künstler:innen zu sehen. Das Spektrum reicht, von Aljoscha und Lois Anvildalfarei und Gottfried Bechtold angefangen über Xenia Hausner und Alina Kunitsyna bis hin zu Karl-Heinz Ströhle und Franz Türtscher.
Solche Gruppenschauen seien zwar mitunter aufwendiger in der Planung, böten aber eine wertvolle Plattform zur Vernetzung und Positionierung der Galerie und ihrer Schwerpunkte. Außerdem sei es eine Möglichkeit, auch außerhalb von Einzelpräsentationen Einblicke in das Schaffen der Künstler:innen zu bieten. So eine Zusammenstellung verweise zudem auf die künstlerische Identität der Galerie und wie die verschiedenen Werke innerhalb eines kuratorischen Rahmens miteinander interagierten, betont Maximilian Hutz. Des Weiteren könnten durch die Einbeziehung mehrerer Kunstschaffender verschiedene Sammlerkreise und ein breiteres Publikum angesprochen werden, was die Aufmerksamkeit für jeden Einzelnen und die Galerie erhöhe. Aufstrebende Talente könnten dadurch weiter gefördert und etablierte Künstler gestärkt werden, während gleichzeitig Beziehungen zwischen Künstlern, Sammlern und der Galerie vertieft würden.

Nicht nur Künstler:innen der Galerie

Allerdings sind nicht ausschließlich Kunstschaffende aus dem direkten Portfolio der Galerie in der Schau präsent, sondern auch solche aus dem weiteren Umfeld der Galerie und solche, die über Kooperationen mit anderen Galerien nach Hard vermittelt wurden.

Zu den Blickfängen der Ausstellung zählen unter anderem mit "Object Rosa" und "Object 381"zwei fremdartig-futuristisch anmutende Skulpturen des 1974 in Glukhov in der Ukraine geborenen und heute in Italien lebenden Künstlers Aljoscha. Es sind typische, von Transparenz und fragiler Leichtigkeit geprägte Arbeiten, mit denen sich Aljoscha grundlegend mit Themen aus der Biologie respektive der Idee des „Bioismus“ oder auch „Biofuturismus“ beschäftigt. Er konzipiert Skulpturen, Installationen und Interventionen nicht als gängige Kunstwerke, sondern als futuristische Organismen, als Versuch, neue Formen von zukünftigem organischem Leben und eine neue Ästhetik zu schaffen. Die Konzeptionen des Künstlers, der an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Konrad Klapheck und an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg bei Shirin Neshat studiert hat, sind nicht einfach nur gängige Kunstwerke, sondern sind als Versuch zu werten, neue Formen von zukünftigem organischem Leben und eine neue Ästhetik zu schaffen. Als Inspirationsquellen dienen ihm dabei unter anderem die Bio- und Gentechnologie. 
Weitere Hingucker sind mit „Dog Chair“ und „Little Anthony“ zwei Objekte des in New York lebenden Vorarlberger Designers und Künstlers Stefan Sagmeister. Bei ersterem handelt es sich um einen thronartigen Stuhl, der von zwei Hunden „getragen“ wird. Die aus Holz und Acrylfarbe gefertigte und bogenartig gekrümmte Skulptur „Little Anthony“ reiht sich in Sagmeisters neuere künstlerische Phase ein, in der er sich intensiv mit der Visualisierung von Daten und langfristigem Optimismus beschäftigt, wenn man etwa an Ausstellungen wie „Beautiful Numbers“ (Thomas Erben Gallery, New York) oder „The Bright Side“ (curious – creative space Lech) denkt. Während seine früheren bekannten Plastiken, wie etwa die riesigen aufblasbaren Affen der Serie „Everybody Thinks They Are Right“, menschliche Hybris und Vorurteile thematisierten, konzentriert sich Sagmeister aktuell darauf, durch Design und Kunst eine positivere Sicht auf die Weltentwicklung zu vermitteln, was in Anbetracht der derzeitigen Weltlage nicht gerade als einfach erscheinen mag. 
Zu den weiteren sehenswerten Arbeiten zählen etwa eine für Karl-Heinz Ströhle typische „Bubble-Wandarbeit“, eine formal an eine geschichtete Turmarchitektur erinnernde Eisen-Skulptur des Lustenauer Bildhauers Udo Rabensteiner, eine für den Hörbranzer Bildhauer Gottfried Bechtold typische „Ready-Maid“-Figur sowie auch drei kleinformatige Ölgemälde und ein „Porcellin Porsche“ von ihm, oder ein sehr poesievolles, von pastellener Leichtigkeit geprägtes „Gemälde“ von Christoph Luger. Luger arbeitet ausschließlich mit und auf Papier. Seine Werke entstehen oft direkt an der Atelierwand, wo er Papierstreifen schichtet, verklebt und tackert. Er verwendet meist wasserlösliche Leimfarben, die er in einem freskoartigen Prozess zügig aufträgt.
Dies sind nur einige Beispiel einer überaus abwechslungsreichen und sehr umsichtig gestalteten Ausstellung mit lokalen und internationalen Kunstgrößen, deren Besuch sich für Kunstfans sicher lohnt. 

„Impressionen 2026“
Aljoscha, Cigdem Aky, Anouk Lamm Anouk, Herbert Albrecht, Lois Anvidalfarei, Linus Barta, Gottfried Bechtold, Ivan De Menis, Ina Fasching, Alfred Haberpointner, Xenia Hausner, Barbara Husar, Alina Kunitsyna, Christoph Luger, Michael Ornauer, Udo Rabensteiner, Paul Renner, Stefan Sagmeister, Karl-Heinz Ströhle, Juliette Sturlèse und Franz Türtscher
Bis 2. Mai
Do, Fr 16-18, Sa 10-12 u.n.V.
Galerie Maximilian Hutz, Hard

www.galeriemaximilianhutz.at

Teilen: Facebook · E-Mail