Einem Unrecht auf der Spur Sieglinde Wöhrer · Mär 2026 · Kinder
Die Autorin Irmgard Kramer schreibt Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihr neues Buch „Fanny. Das Mädchen, das Glück verteilt“ handelt von verlorenen Paketen, die am Rande einer großen Wohnsiedlung von einem Mädchen gefunden werden. Auf der Suche nach dem richtigen Empfänger lernt Fanny neue Freunde kennen und zusammen kämpfen sie gegen eine Ungerechtigkeit.
„Das wichtigste Element, damit eine Geschichte lebendig wird, sind die Charaktere“, beschreibt die Autorin Irmgard Kramer. „Das Gefühl für die Figur muss stimmen“, so auch in ihrem neuen Kinderbuch „Fanny. Das Mädchen, das Glück verteilt“. Darin geht es um ein verlorenes Paket, das zum richtigen Besitzer gebracht werden soll. „Ich wusste ganz lang selbst nicht, was im Paket drinnen ist“, sagt Kramer. Die Hauptfigur ist ein fiktives etwa neunjähriges Mädchen, das am Rand einer großen Wohnhausanlage lebt. Ein Ort, der an die großen Sozialbauten in Wien angelehnt sei, wie etwa dem Sandleitenhof oder dem Karl-Marx-Hof. „Das sind so gigantische Wohnkomplexe mit vielen Höfen, Hinterhöfen, Stiegen und Wohnungen. Und da wohnen wirklich unfassbar viele Menschen.“
Zustellung fehlgeschlagen
Fanny wohnt mit ihren Eltern und ihrer Oma in einem ehemaligen Pförtnerhaus der Sonnwendkolonie. Dort haben alle Wohnungen dieselbe Adresse mit der Nummer 135. Nur der Adresszusatz wie Hof, Stiege und Türnummer unterscheidet sich. „Da kommen die Paketausträger und (Amazon)-Lieferanten oft durcheinander. Denen ist es manchmal zu mühsam, die richtige Adresse zu finden und dann werfen die Pakete bei Fanny über den Zaun“, erzählt die Autorin. Die Geschichte beginnt mit einem besonders schönen lila Paket, das im Gebüsch liegt. Über Nacht hat es geregnet, Fanny kann die Adresse nicht mehr genau lesen und eigentlich wünscht sie sich, auch einmal ein Paket zu bekommen. Fanny ist ein unerschrockenes Mädchen, das auf der Suche nach dem richtigen Empfänger bei den Nachbarn klingelt und dabei eine Menge Menschen und auch neue Freunde kennenlernt. Dabei erfährt sie viele kleine und große Geheimnisse und auch von einem Unrecht, das sie unbedingt verhindern will. „Es geht schon darum, dass man Ungerechtigkeiten nicht hinnehmen muss, sondern dass man mutig sein muss und sich auch wehren darf – und dass es sich lohnt, in einer Gruppe mit Freunden für Gerechtigkeit zu kämpfen.“
Orte aus der realen Welt
Durch ihr Auftauchen sorge Fanny bei den Nachbarn ganz unbewusst für eine gute Stimmung und sie verändert auch das Leben von vielen Menschen, beschreibt Kramer. „Ich wollte wieder mal so ein richtiges Feelgood-Buch machen, eines, bei dem man am Ende lächeln muss.“ Irmgard Kramer wurde 1969 geboren und ist in Dornbirn aufgewachsen. Sie lebt in Wien und schreibt seit 2010 neben Kinderbüchern auch Theaterstücke, Romane für Erwachsene, Auftragsarbeiten und Jugendliteratur. „Wenn man schreibt, dann unterscheidet sich das eigentlich nicht wirklich, ob man für Erwachsene oder für Kinder schreibt. Also es gibt natürlich ein paar handwerkliche Dinge zu beachten, aber jedes Projekt hat seine eigenen Regeln.“
Beim Schreiben von ihrem neuen Buch habe sich Kramer Skizzen und Zeichnungen von den Wohnbauten gemacht. Manchmal suche sie auch Bilder, etwa von dem historischen Postamt, das später im Buch noch eine große Rolle spielen wird. „Die Illustratorin hat es dann wirklich sehr schön umgesetzt“, beschreibt Kramer, die nach „Ida Butterblum“ und „die Tür nach Anderswo“ nun zum dritten Mal mit der Illustratorin Florentine Prechtel zusammengearbeitet hat. „Ich weiß, dass sie meine Geschichten sehr gern mag und dass sie sich wirklich irrsinnig viel Mühe gibt.“
Irmgard Kramer: Fanny. Das Mädchen, das Glück verteilt, illustriert von Florentine Prechtel, Verlag Arena, Würzburg 2026, 200 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-401-60813-6, € 16,95
Für Kinder ab 8 Jahren.