Ein stimmungsvoller Abend mit „Of Horses And Men“ Sophie Grimmel · Mär 2026 · Musik

Die Vorarlberger Indie-Folk-Band punktet mit authentischem Sound und freundschaftlicher Atmosphäre.

Die Vorarlberger Indie-Folk-Band Of Horses And Men besteht seit 2017 und hat sich mit Auftritten wie bei den Kammgarn Summersessions 2025 oder als Support von Calexico beim poolbar Festival 2024 einen festen Platz in der Musikszene des Ländles erspielt. Am 19.03.2026 waren sie im Theater am Saumarkt nicht nur mit Songs aus ihren beiden Alben, sondern auch mit einigen neuen Stücken zu hören. 

Individueller Sound

Das Konzert beginnt in vertraulicher Jam-Atmosphäre: Bernd Nagel schnappt sich die Gitarre und startet mit einem Intro, die anderen Bandmitglieder finden sich ein. So authentisch und persönlich wie der Auftritt ist auch der Sound der Band. Bass, Schlagzeug und Gitarre liefern ein stabiles Fundament für den charakteristischen Folk-Klang der Gruppe, über den sich Keyboard, Gesang und diverse weitere Instrumente legen.
Die einzelnen Bandmitglieder ergänzen sich nicht nur gut, sondern harmonieren im wahrsten Sinne des Wortes hervorragend miteinander. Am Schlagzeug ist Helmut Fetz kurzfristig eingesprungen, der sich ausgezeichnet in das eingespielte Team eingliedert. Die instrumentale Vielseitigkeit von Heribert Amann wird gekonnt in Soli zur Schau gestellt, die vor allem in der ersten Hälfte des Abends beinahe jeden Song bereichern durften. Die gewandten Basslinien von Herbert Rogelj zusammen mit seinen prägnanten Klangentscheidungen sind in ihrer Wirkung für den charakteristischen Sound der Gruppe nicht zu unterschätzen. Die Band punktet mit ausgefeilten und stimmungsvollen Arrangements. „Stimmungsvoll“ ist tatsächlich auch hervorzuheben, da Of Horses And Men über drei Sänger:innen verfügt, deren Farbfacetten gekonnt zum Einsatz gebracht werden und einander wunderbar komplementieren. Das breit gestreute Altersspektrum der Musiker:innen wird hier nicht nur kreativ, sondern auch klanglich als große Stärke der Band genutzt. Die Leadstimme singt meist Bernd Nagel, doch auch Sophia Raos und Heribert Amann übernehmen diesen Part in manchen Songs, was Abwechslung in das Set bringt.

Die Setlist des Abends

Zur vollen Entfaltung kommen ihre stimmlichen Qualitäten in Songs wie „Soul in a Hurry“ und „Season“, in denen sie sich zurecht und mit Erfolg über die simple Dopplung der Hauptmelodie hinauswagen.
In der zweiten Hälfte des Sets wird das Publikum auf eine Gedankenreise auf hohe See mitgenommen und in Songs wie „Noah“ und „Hover to the Moon“ zeigen die Bandmitglieder, dass sie auch ruhige und melancholische Momente auskosten können.  
Einzig die zweite Zugabe eine Live-Premiere wirkte im Arrangement noch nicht ganz ausgegoren. Vielleicht hätte man das Publikum mit der Wiederholung eines schwungvolleren Songs mit einem abgerundeteren Abschluss verabschieden können.

Qualitäten gut ausspielen

Hervorzuheben ist letztendlich noch die sehr kollegiale und freundschaftliche Atmosphäre zwischen den Musiker:innen, die mit Leichtigkeit auf das Publikum übertragen wird und zum Mitsingen animiert. Ihre Auftritte zu besuchen, ist wahrlich eine Freude vielleicht wäre es auch eine gute Idee für die Band, diese Qualitäten in Zukunft auf einem Live-Album zu dokumentieren.  

Teilen: Facebook · E-Mail