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CD-Tipp

The Comet Is Coming: Trust In The Lifeforce of Deep Mystery
CD-Tipp
02.04.2019 Peter Füssl

Es braucht große Füße, um in die Schuhe von Sun Ra, Alice Coltrane oder Pharoah Sanders zu schlüpfen! Diese erste Reaktion auf das Cover und den Titel des zweiten Longplayers „Trust In The Lifeforce of The Deep Mystery“ des britischen Trios The Comet Is Coming wird schnell einmal ad aburdum geführt, denn es geht den Herren keineswegs um eine Revitalisierung der epochalen Ausflüge genannter Referenzgrößen in das, was diese einstmals musikalisch und philosophisch für den Outer Space hielten. Deren Konzepte dienen bestenfalls als Ausgangspunkt für die einerseits radikalen, andererseits dancefloor-tauglichen Klangexpeditionen des gefeierten Saxophonisten Shabaka Hutchings, der sich in diesem Projekt genre-gemäß King Shabaka nennt, und des Elektronic-Duos Soccer96, bestehend aus dem Synth-Spezialisten Danalogue (Dan Leavers) und dem Drummer Betamax (Max Hallett).

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Sokratis Sinopoulos Quartet: Metamodal
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28.03.2019 Peter Füssl

Der Schmerz, aber auch die Schönheit von Jahrhunderten scheint in dieser die Atmosphäre der Ägäis verströmenden Musik zu liegen, wohltuende Wärme und melancholische Sehnsucht, die sich von Zeit zu Zeit in lebensfrohen, quicklebendigen, fast schon zum Tanzen einladenden Passagen entladen. Ungeheure Tiefe, zerbrechliche Zartheit und ganz großes Drama fügen sich mit großer emotionaler Kraft in diesen acht neuen Kompositionen zusammen, die der griechische Lyra-Virtuose Sokratis Sinopoulos sich und seinem Langzeit-Quartett mit dem Pianisten Yann Keerim, dem Kontrabassisten Dimitris Tsekouras und dem Drummer Dimitris Emmanouil auf den Leib geschrieben hat.

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Nguyên Lê Quartet: Streams
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21.03.2019 Peter Füssl

Auch auf seinem 16. Album für das Münchner ACT-Label erweist sich der ausgesprochen vielseitige, vietnamesisch-stämmige, französische Gitarrist Nguyên Lê wieder als genialer musikalischer Vermittler zwischen Jazz, Rock und fernöstlichen Musikstilen. Zwar verzichtet er dieses Mal auf exotisches Instrumentarium, aber schon die ersten unverkennbaren, asiatische Ethno- und westliche E-Gitarren-Stile verschmelzenden Töne weisen „Streams“ als typisches Nguyên Lê-Werk aus.

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Grand Ensemble Koa: Beat
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19.03.2019 Peter Füssl

Hierzulande wenig bekannt ist das neunköpfige französische Grand Ensemble Koa, das nach einem Album zu Alfred Jarrys groteskem „Ubu roi“ seiner Experimentierlust nun mit einem Projekt zur Beat Generation freien Lauf lässt. Bandleader und Bassist Alfred Vilayleck ließ sich von den Texten und dem mit Jack Kerouac, Allen Ginsberg und William S. Burroughs assoziierten Lebensgefühl zu den bis zu zwölf Minuten langen Kompositionen inspirieren, die im Spannungsfeld von Modern Jazz und Progressive Rock eine enorme Dynamik entwickeln und auch viel Raum für spannende Improvisationen lassen.

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Rigmor Gustafsson: Come Home
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14.03.2019 Peter Füssl

Mit diesem Album fühle ich mich, als ob ich endlich gelandet wäre und etwas Neues erreicht hätte, aber auch etwas, das immer schon in mir geschlummert hatte. Ich fühle mich, als ob ich zuhause angekommen wäre“, schreibt Rigmor Gustafsson in den Liner Notes zu ihrem siebten ACT-Album, für das sie sich mehr als vier Jahre Zeit gelassen hat. In der Tat hat sie sich in Kooperation mit renommierten schwedischen Textern acht Eigenkompositionen auf den Leib geschrieben, die ihre warme, ausdrucksstarke und durch ihre Natürlichkeit bestechende Stimme ins perfekte Rampenlicht setzen.

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Joachim Kühn: Melodic Ornette Coleman
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12.03.2019 Peter Füssl

Free Jazz-Legende Ornette Coleman war eher zurückhaltend und besonders wählerisch, wenn es um Pianisten ging. Er nahm mit Paul Bley und Geri Allen auf, ein ganz besonderes Verhältnis entwickelte er aber zum vierzehn Jahre jüngeren deutschen Pianisten Joachim Kühn, mit dem er zwischen 1995 und 2000 sechzehn Duo-Konzerte gab. Vor jedem Konzert ließ er Kühn nach New York einfliegen und probte mit ihm sieben Tage à 14 Stunden lang zehn neue Kompositionen in seinem Harmolodic Studio in Harlem ein, die dann im Konzert aufgeführt wurden, ehe sie wieder in der Schublade verschwanden.

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Dominic Miller: Absinthe
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07.03.2019 Peter Füssl

Dass er knapp dreißig Jahre lang für Sting Gitarre spielte, machte den 1960 in Argentinien geborenen und in den USA und England aufgewachsenen und ausgebildeten Dominic Miller in Pop- und Rock-Kreisen bekannt. Sein nunmehriges Engagement bei ECM wird ihn nun auch rasch in die erste Liga der musikalischen Feinspitze katapultieren, denn von Label-Chef und Produzent Manfred Eicher geschickt hinterfragt, inspiriert und angespornt, läuft er nach seinem vorwiegend als Solo- und Duo-Projekt aufgebauten Debut-Album „Silent Light“ nun im Quintett-Format zu ganz großer Form auf.

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Sarah McCoy: Blood Siren
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05.03.2019 Peter Füssl

Tom Waits, Amy Winehouse, Janis Joplin, Leon Russell, Nina Simone, Bessie Smith – das sind die Referenzgrößen, die genannt werden, wenn es darum geht, die 33-jährige amerikanische Sängerin, Pianistin und Songschreiberin Sarah McCoy in einer Art Ahnengalerie großartiger Außenseiter-Stars zu verorten. Verblüffenderweise wird schon nach wenigen Tönen ihres beim Renommierlabel Blue Note erschienen Debüt-Albums „Blood Siren“ klar, dass man es hier nicht mit einem Kunstprodukt aus der Retorte oder mit einem gut gemachten PR-Gag zu tun hat, sondern mit einer Künstlerin, die vom Leben geformt wurde, die weiß, wovon sie singt, wenn es in ihren Liedern um Liebe, Schmerz und Tod, Verlust, Verrat und enttäuschte Hoffnungen, ums Leben am äußersten Rand der Gesellschaft geht.

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Yonathan Avishai: Joys and Solitudes
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28.02.2019 Peter Füssl

Der aus Israel stammende Pianist Yonathan Avishai hat schon vor fünf Jahren in seinem ebenfalls in Frankreich lebenden Landsmann Yoni Zelnik am Kontrabass und dem griechisch-stämmigen Franzosen Donald Kontomanou an den Drums kongeniale Partner gefunden, um ein Repertoire zu entwickeln, in dem die respektvoll-kreative Beschäftigung mit der Jazzgeschichte und die Suche nach neuen Ausdrucksformen eine perfekte Balance gefunden haben. So ziehen sich etwa klassische Blues- und Swing-Elemente – aus dem Blickwinkel eines Pianisten betrachtet, der sich auch mit Cecil Taylor und den Entwicklungen danach auseinandergesetzt hat – als interessante Komponenten durch die Musik dieses Klaviertrios.

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Beirut: Gallipoli
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19.02.2019 Peter Füssl

Beirut-Mastermind Zach Condon arbeitete seit 2016 an seinem fünften Album – hauptsächlich in New York, an seinem neuen Wohnort Berlin und einen Monat voller 12- bis 16-Stunden-Tage im Sudestudio in Guagnano in Apulien. Vieles spielte der Multiinstrumentalist selber ein, zum Stammpersonal zählten aber auch die alten Weggefährten Drummer Nick Petree, Bassist Paul Collins, Posaunist Ben Lanz und Trompeter Kyle Resnick.

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Veronika Harcsa – Bálint Gyémánt: Shapeshifter
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12.02.2019 Peter Füssl

Die 36-jährige ungarische Sängerin Veronika Harcsa zählt zu den interessantesten und experimentierfreudigsten Vokalistinnen ihrer Generation. Gemeinsam mit dem Gitarristen Bálint Gyémánt hat sie seit 2014 mit den Alben „Lifelover“ und „Tell Her“ kräftige Lebenszeichen im Spannungsfeld zwischen Jazz und Singersong-Writing vorgelegt.

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Ralph Alessi: Imaginary Friends
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07.02.2019 Peter Füssl

Mit den beiden ausgezeichneten, im Quartett eingespielten ECM-Alben „Baida“ (2013) und „Quiver“ (2016) hat sich der New Yorker Trompeter Ralph Alessi die Latte selbst sehr hoch gelegt. Umso bemerkenswerter ist es, mit welcher Souveränität und Leichtigkeit er nun mit seinem in 15 Jahren bestens eingespielten, zumeist unter dem Namen „This Against That“ firmierenden Quintett nochmals – mit Manfred Eicher als Produzenten – neue Maßstäbe setzt.

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Steve Gunn: The Unseen In Between
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05.02.2019 Peter Füssl

Der 41-jährige, in Brooklyn lebende Gitarrist, Songwriter und Produzent Steve Gunn hat zwar ein Dutzend bemerkenswerter Alben veröffentlicht und genießt in den USA einen hervorragenden Ruf, ist aber in Europa noch am ehesten von Kurt Viles Band The Violaters her bekannt. „The Unseen In Between“ sollte ihm eigentlich nun auch diesseits des Atlantiks die längst überfällige Anerkennung bringen, denn die neun Songs überzeugen mit intelligenten Texten, er ist ein hervorragender Geschichtenerzähler und mittlerweile auch stimmlich bestens disponiert, und seine abwechslungsreiche Saitenkunst wird auf diesem Album zwar stets songdienlich eingesetzt, überrascht aber mit einer Fülle an exzellenten Details.

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Paolo Fresu - Richard Galliano - Jan Lundgren: Mare Nostrum III
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31.01.2019 Peter Füssl

Brillante Virtuosität mit musikantischer Spielfreude und emotionalem Tiefgang gepaart – das sind die wichtigsten Zutaten zum Erfolgsrezept des gefeierten Mare Nostrum-Trios. Zwar ist jeder der drei Protagonisten mit zahlreichen spannenden Bandprojekten unterwegs, aber dermaßen hemmungslos schwelgen Trompeter/Flügelhornist Paolo Fresu, Akkordeonist Richard Galliano und Pianist Jan Lundgren sonst nirgendwo in warmem Wohlklang, süffigen Melodien und farbenfrohen Soundmalereien.

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Joe Lovano Trio: Tapestry
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29.01.2019 Peter Füssl

Eigentlich ist es ja höchst verwunderlich, dass der 66-jährige Joe Lovano, einer der ganz großen Tenorsaxophonisten der Gegenwart, der rund 30 Alben als Bandleader vorwiegend bei „Blue Note“ herausgebracht hat, zwar schon seit bald vierzig Jahren auf ECM-Produktionen von Paul Motian, John Abercrombie oder Steve Kuhn zu hören war, aber erst jetzt sein Debut unter eigenem Namen beim Münchner Label präsentiert. Dafür nimmt „Trio Tapestry“ selbst im ungemein vielseitigen Oeuvre Lovanos, das sich in allen Formationsgrößen und zwischen Mainstream und Avantgarde abgespielt hat, eine Sonderstellung ein.

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James Blake: Assume Form
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24.01.2019 Peter Füssl

Der mittlerweile 30-jährige James Blake hat sein viertes Album überraschend auf den Markt geworfen, aber der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist noch lange nicht das Verblüffendste an „Assume Form“. Musste man sich angesichts seines 2016-er-Albums „The Colour in Anything“ um den völlig um sich selbst kreisenden, in tiefer Sinnkrise und Depressionen zu versinken drohenden Londoner fast schon Sorgen machen, so fand er nun nach seinem Umzug nach Los Angeles, einschlägigen Therapien und vor allem und am wichtigsten angesichts seiner öffentlich gemachten Liebe zur Schauspielerin Jameela Jamil zu Optimismus und Lebensfreude.

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Marcus Strickland Twi-Life: People of The Sun
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03.01.2019 Peter Füssl

Der 39-jährige, in Miami aufgewachsene und in New York lebende Saxophonist Marcus Strickland zählt – wie etwa sein Jugendfreund Robert Glasper oder auch Kamasi Washington – zu jenen Musikern, die versuchen, Post-Bop, Funk und Soul mit Hip-Hop, Afro-Beats, R’n’B, Spoken Word und allem, was gerade so richtig groovt und angesagt ist, zu mischen und aus der elitären Ecke herauszuholen. Dies gelingt ihm gemeinsam mit seinem erprobten Quartett Twi-Life mit Keyboarder Mitch Henry, Bassist Kyle Miles und Drummer Charles Haynes, die den perfekt groovenden, manchmal richtig vibrierenden Untergrund für Stricklands kraftvolle Auslassungen auf Sopranino, Alt- und Tenorsax und vermehrt auch auf der Bassklarinette liefern.

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Georg Breinschmid & Thomas Gansch: bransch
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25.12.2018 Peter Füssl

Sie sind die amtierenden Weltmeister in der Kombination aus unglaublicher Virtuosität auf den Instrumenten, dadaistisch angehauchtem Wortwitz und grenzenloser Lust am improvisierten Blödeln. Die Konkurrenz in diesem Bewerb ist zugegebenermaßen eher überschaubar, aber das soll die herzzerreißend kreativen Leistungen der beiden keineswegs schmälern. Der Trompeter Thomas Gansch hat mit seinen Ensembles Mnozil Brass und Gansch&Roses ja schon Beachtliches zu dieser Sparte beigetragen, und Kontrabassist Georg Breinschmid zählt ohnehin zu den notorischen Rückfalltätern – zuletzt wurde er bekanntlich vor zwei Monaten mit seinem genialen Doppelalbum „Breinländ“ straffällig.

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Florian Weber: Lucent Waters
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20.12.2018 Peter Füssl

„Ich mag Transparenz, aber zu viel davon kann das Geheimnisvolle verschwinden lassen. Und ich mag auch Geheimnisvolles, so wie ich Dinge mag, die unausgesprochen bleiben, und Noten, die nicht gespielt werden“, erklärt der deutsche Pianist Florian Weber zu seinem ECM-Debüt als Leader. In der Tat versteht es der 41-Jährige, der auch mit seinen Ensembles Minsarah und Biosphere erfolgreich war und an der Seite des Saxophonisten Lee Konitz international bekannt wurde, sich souverän im Zwischenreich von Komponiertem und frei Improvisiertem zu bewegen und seinen Mitstreitern so viel Freiraum wie möglich zu lassen, damit sie die Musik mit ihren individuellen Qualitäten aufladen können.

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Matthias Schriefl: Keine angst voR ShreefpunK
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18.12.2018 Peter Füssl

73 Minuten und 43 Sekunden musikalischen Wahnsinns der allerfeinsten Sorte liefern der aus Kempten stammende und in Köln lebende Trompeter Matthias Schriefl und seine aus Gitarrist Johannes Behr, Bassist Robert Landfermann und Drummer Jens Düppe bestehende Langzeit-Band mit den zwölf Titeln des neuen Albums „Keine angst voR ShreefpunK“. Mühelos bewältigt das bestens aufeinander eingespielte Quartett aus Querdenkern und -tönern diese rhythmische und harmonische Achterbahnfahrt, ignoriert schlicht jegliche stilistische Schubladisierung und findet für dieses waghalsige Unterfangen im unkonventionellen Frauenstreich- und Jodel-Trio Netnakisum und in vier StreicherInnen der Münchner Philharmoniker auch noch die perfekte, wendige und einfallsreiche Verstärkung.

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