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Collection for Letzte Kritiken

Spannende Grenzüberschreitungen mit Kunst im öffentlichen Raum
Zwei Jahre lang haben Brigitte Walk und ihre freie Kompanie walktanztheater.com für ihr neues Projekt „Am Zug“ gekämpft. Um – unter anderem – in einem von Lehrlingen der ÖBB eigens umgebauten Sonderzug spielen zu können, mussten im Vorfeld zahlreiche Genehmigungen eingeholt werden. Der lange Atem hat sich ausgezahlt! „Am Zug“ bietet neben einem wahren Theaterevent spannende Texte zu den Themen Reisen, Grenzen, Migration und Identität, sowie beeindruckende Darbietungen von Profi- und knapp 80 (!) LaiendarstellerInnen aus vielen Ländern.
Annäherung an das Unbegreifliche
„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ 22 Jahre lang hat sich der aus Vorarlberg stammende, in Graz lebende Schriftsteller Rainer Juriatti an diesen vielzitierten Satz aus Wittgensteins „Tractatus“ gehalten, in seiner jüngsten Erzählung „Die Abwesenheit des Glücks", die im Limbus Verlag erschienen ist, versucht er eine literarische Annäherung an das Unbegreifliche. Denn es ist die Geschichte seiner fünf Sternenkinder, insbesondere seines Sohnes Pablo.
Aktuell in den Filmclubs (19.10. - 25.10. 2018)
Das Filmforum Bregenz zeigt diese Woche Terry Gilliams endlich fertiggestelltes Langzeitprojekt "The Man Who Killed Don Quixote". In der Bludenzer LeinwandLounge steht Xavier Legrands packendes Familiendrama "Nach dem Urteil - Jusq´á la garde" auf dem Programm.
Dogman
Mit großer Konzentration zeichnet Regisseur Matteo Garrone (Gomorrha) eine Welt voller Schmutz und Gewalt. Ein Hundesalonbesitzer irgendwo an den vergessenen Rändern Neapels leidet - wie ein Hund - an den dortigen Verhältnissen. Der Tristesse vermag aber auch die Inszenierung von "Dogman" keine Alternative entgegenzuhalten.
Lars Danielsson & Paolo Fresu: Summerwind
ACT-Chef Siggi Loch hat wieder einmal ein sicheres Händchen für perfekte musikalische Konstellationen bewiesen, als er den schwedischen Bassisten/Cellisten Lars Danielsson und den sardischen Trompeter Paolo Fresu zum ersten gemeinsamen Projekt zusammenbrachte. Dabei liegt der Reiz nicht im Kontrast zwischen Nordischem und Mediterranem, was bei den zweitausend Kilometern Luftlinie zwischen den Geburtsorten der beiden Protagonisten vielleicht zu erwarten wäre, sondern in der perfekten Seelenverwandtschaft musikalisch Gleichgesinnter.
Kompositionsgeschichte lustvoll erlebbar gemacht – das Concerto Stella Matutina unter der Leitung von Alfredo Bernardini musizierte geistreich und humorvoll
Das Concerto Stella Matutina lud zum Familienkonzert mit Werken von Johann Sebastian Bach und seinen vier Söhnen. Gleichzeitig war das vierte Abonnementkonzert in der Kulturbühne AmBach aber auch ein Treffen unter Freunden, denn schon öfters leitete der Oboist Alfredo Bernardini das Orchester. Die Musikerinnen und Musiker spielten mit viel Elan, genau phrasiert und mit viel gegenseitigem Austausch und großem Einverständnis. So erlebte das konzentriert zuhörende Publikum erfrischende Werkdeutungen und eine anschauliche Reise durch die Kompositionsgeschichte, vom Barock des Vaters zum empfindsamen Stil und Sturm und Drang der Söhne.
Handwerk + Form ’18
Gestaltungswettbewerb und Ausstellungsrundgang 13./14. und 18./19./20./21. Oktober 2018, täglich von 10 – 18 Uhr, in alten Werkstätten & Wirtschaftsgebäuden und im Werkraumhaus in Andelsbuch.
Der Trafikant
Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Seethaler über einen Jungen namens Franz, der in einer Wiener Trafik als Lehrling arbeitet und seine Nöte erlebt. In den Jahren 1937/38 verliebt er sich und erlebt die Machtübernahme der Nationalsozialisten. Eine Geschichte, die zu viel will, statt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: ihre Figuren.
Dramatisch erzählt und lyrisch zugleich – Anna Adamik und Yunus Kaya spielten die vier Chopin-Balladen bei einem anregenden Klavierrecital im Atrium des Montforthauses
Ins Atrium des Feldkircher Montforthauses luden die Pianistin Anna Adamik und der Pianist Yunus Kaya. Hier spielten sie die vier Balladen von Frédéric Chopin. Das Debüt der Kooperation zwischen dem Montforthaus und der Chopin-Gesellschaft war aus mehrerlei Hinsicht ein voller Erfolg. Anna Adamik und Yunus Kaya – beide unterrichten am Vorarlberger Landeskonservatorium – konnten sich über einen sehr großen Publikumszuspruch freuen. Die Atmosphäre und die Akustik im Foyer erwiesen sich als ausgesprochen gut. Beide musizierten virtuos und geistreich zugleich. Außerdem ergänzten sich die unterschiedlichen Spielarten und boten damit spannende Anreize beim Hören der jeweiligen Werkdeutungen.
Amüsante Alltagsgeschichten
„Unvermeidbare Dinge“ nennt Christiani Wetter ihr erstes Buch, das am 15. Oktober im van Eck Verlag erscheint. Es sind kurze Geschichten, sie selbst spricht von „Skizzen“, die im Alltag passieren. Ob sie das Erzählte selbst erlebt oder sich ausgedacht hat – so genau ist das nicht zu erfahren, manchmal denkt man beim Lesen: das muss der Autorin passiert sein, so locker und humorvoll kann nur jemand auf etwas reflektieren, das er selbst erlebt hat.
Aktuell in den Filmclubs (12.10. - 18.10. 2018)
Das Filmforum Bregenz zeigt diese Woche Wim Wenders´ Dokumentarfilm „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“. Am Spielboden Dornbirn stehen dagegen in Kooperation mit dem Verein Amazone anlässlich der gender*impulstage drei Filme auf dem Programm, in deren Mittelpunkt starke Frauen stehen, die lernen ihren eigenen Weg zu gehen.
Der Zaubertrickkiste entnommen - "Welt am Draht" am Vorarlberger Landestheater
Die zweite Produktion des Vorarlberger Landestheaters in dieser Spielzeit hat es in sich! "Welt am Draht" ist ein Stück, das Regisseur Niklas Ritter auf Basis von Rainer Werner Faßbinders gleichnamigem, zweiteiligem Fernsehfilm von 1973 geschrieben hat. Der Film knüpft wiederum an einen Science-Fiction-Roman der 1960er Jahre an: "Simulacron-3" von Daniel F. Galouye. Er zeigt zu einer Zeit, in der das WorldWideWeb am CERN noch lange nicht erfunden war, auf, wie in einer digitalisierten Welt die grenzenlose Datenansammlung missbraucht werden kann. Am Landestheater könnte sich "Welt am Draht" zum Hit entwickeln!
José James: Lean On Me
Obwohl Bill Withers drei Grammys im Regal stehen hat und einige seiner Songs in unzähligen Coverversionen erschienen sind und gerne gesamplt werden, wäre sein 80. Geburtstag im Juli vermutlich ohne viel Aufhebens über die Bühne gegangen, weil er sich schon vor mehr als 30 Jahren von der Bühne verabschiedet hat. Nun wird sich – dank der ihm gewidmeten Hommage des exakt 40 Jahre jüngeren José James – das Interesse an der Soul-Funk-Legende, die in den 1970er-Jahren ihre Höhepunkte erlebte, wohl wieder gewaltig steigern.
Schwebende musikalische Bilder aus unterschiedlichen Kulturkreisen – Stimmungsvolles Eröffnungskonzert der Reihe „Unter der Laterne“ im ORF-Funkhaus
Der Musiker Andreas Paragioudakis-Fink setzt ein Zeichen des gesellschaftlichen und musikalischen Miteinanders und initiierte die Konzertreihe „Unter der Laterne“. Mit befreundeten Künstlerinnen und Künstlern sollen Begegnungsräume geschaffen werden, in denen musikalischen Wurzeln nachgespürt sowie Gemeinsamkeiten und Verbindungslinien aufgezeigt werden. Zum Eröffnungskonzert im ORF-Funkhaus trafen sich Robert Bernhard (Saxophon), Moaz al Shamma (Ud), 
Florian King (Kontrabass), Martin Grabher (Percussion), Aydin Balli (Saz) und Steve Pinter (Electronics) zum gemeinsamen Musizieren und nahmen das Publikum mit auf eine inspirierende musikalische Weltreise.
#All inclusive, #happy family, #anschauen
Im Programm „All inclusive“ zeigen die beiden Kabarettisten Anna Neuschmid und Manfred Kräutler Szenen einer Patchwork-Familie. Als Anna (38) und Manfred (50) Bitschnau sind sie seit sieben Jahren ein Paar. Für beide ist es die zweite Ehe, jeder von ihnen hat einen Sohn. Annas Sohn Sandro lebt bei ihnen, Manfreds Sohn Vincent lebt bei der Mutter, ist aber oft zu Gast. Das Leben zu viert ist nicht immer einfach, vor allem dann nicht, wenn man eigentlich ein ganz anderes Leben führen möchte. Glücklich sind beide nicht und wollen dies ändern. Das Publikum im TAK durfte miterleben, wie die Problemlösung aussah. Dazu brauchte es nur einen Tisch und zwei Stühle und schon konnte der Countdown zum Glück beginnen. Oder doch nicht?
„Romeo und Julia“ im Musiktheater Götzis: Schöner stirbt es sich nirgends
Absolut bemerkenswert an dieser aktuellen Produktion des Musiktheaters Vorarlberg ist zunächst die Risikofreude, mit der das bekannt engagierte Team um Intendant Nikolaus Netzer und Präsidentin Margit Hinterholzer heuer ins Rennen geht. Einem Publikum, das Oper wohl oft eher vom Weghören kennt und das die letzten Jahre gängige Blockbuster wie „Die Csardasfürstin“, „Evita“ oder zuletzt „Jesus Christ Superstar“ bevorzugt hat, wurde diesmal eine unbekannte Belcanto-Oper vorgesetzt, noch dazu mit einem unaussprechlichen Titel. Auch wenn klein im Untertitel steht, dass es dabei um die Geschichte von Romeo und Julia geht – wer hat sich schon sein Schulwissen über die „Capulets“ und die „Montagues“ bis heute bewahrt, zwei alte Adelsgeschlechter aus der italienischen Renaissance?
Tiefgekühltes heiß serviert von Martin Grubinger
Werke von Johann Strauss, Avner Dormann und Anton Bruckner standen auf dem Programm des TAK-Konzerts im Vaduzer-Saal. Stargast war der österreichische Perkussionist Martin Grubinger. Das Publikum feierte ihn mit Standing Ovations. Gespielt wurden die Werke vom Orchestra della Svizzera italiana unter der Leitung von Markus Poschner, dem Chefdirigenten des Bruckner Orchesters Linz ist. Dass ihm die Musik von Anton Bruckner besonders am Herzen liegt, war an diesem Abend deutlich zu hören.
Waldheims Walzer
Vor rund 30 Jahren wurde Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten gewählt und damit unfreiwilliger Auslöser der NS-Geschichtsaufarbeitung Österreichs. In Ruth Beckermanns Film entpuppt sich Waldheim dabei auf unvermutete Weise als erster Repräsentant des Landes.
Comicland Österreich – wo liegt es?
Die Zeitschrift „Literatur und Kritik“ erscheint im Otto Müller Verlag, Salzburg, und wird von Karl-Markus Gauss und Arno Kleibel herausgegeben. Die Nummer 525 hat ihren Schwerpunkt in einem Dossier: „Comicland Österreich“, herausgegeben von Martin Reiterer, der auch alle Beiträge zum Dossier außer den abgedruckten Comics verfasst hat.
Aktuell in den Filmclubs (5.10. - 11.10. 2018)
Das Takino Schaan zeigt diese Woche Andrei Swjaginzew beklemmendes Drama „Loveless“. Bei der LeinwandLounge in der Remise Bludenz steht dagegen Philippe Liorets feinfühlige Familiengeschichte „Die kanadische Reise“ auf dem Programm.
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