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09.05.2014 |  Dagmar Ullmann-Bautz

Wir nehmen uns die Freiheit - Das Vorarlberger Landestheater präsentiert den Spielplan 2014/15

Kurz vor Ende der laufenden Spielzeit präsentiert ein gut gelauntes Landestheater Leading Team den Spielplan der 5. Spielzeit unter der Leitung von Intendant Alexander Kubelka. Der gelöst optimistische Auftritt der Theatermacher fußt auf deutlich gestiegenen Zuschauerzahlen und der berechtigten Hoffnung noch dieses Jahr die magische 50.000 Marke zu überschreiten.

Das Podium besetzen Intendant Alexander Kubelka, die Dramaturgin Dr. Dorothée Bauerle-Willert sowie die Leiterin des Jungen Theaters Nina Kogler und letztmalig Chefdramaturg Dirk Diekmann, der mit Ende der Saison das Haus verlassen wird. Den musikalischen Rahmen der Spielplanpräsentation bereitet Isabella Pincsek am Klavier.

Ein großes Thema


Mit weißen Tauben, die vor dem Hause im Anschluss an die Präsentation auf- und davonfliegen dürfen, stellen die Bregenzer Theatermacher das Thema der Spielzeit 2014/15 vor: "Freiheit", ein starkes, ein welt- und zeitenumspannendes Thema.

Altbewährte und neue Regisseure


Zehn Stücke im Großen, drei im Kleinen Haus und drei Jugendtheaterinszenierungen ergeben einen umfangreichen, vielfältigen und äußerst interessanten Spielplan. Uraufführungen, Musiktheater, eingestreute Klassiker und modernes Theater versprechen ein spannendes Theaterjahr. Für die Inszenierungen wurden altbewährte sowie neue Regisseurinnen und Regisseure verpflichtet. Das fixe Schauspielerensemble wurde zwar minimiert, bei den Gastspielern wird man jedoch immer wieder auf bekannte Namen und gern gesehene Gesichter im Landestheater stoßen. Auf diese Weise habe sich laut Kubelka schon heute ein spezieller Ensemblegeist und eine Dynamik entwickelt, die für das Haus und die Produktionen befruchtend sind.

Die Saison startet mit William Shakespeares Komödie "Ein Sommernachtstraum" unter der Regie von Intendant Kubelka, der die Gelegenheit benutzt zu betonen, dass er kein zusätzliches Honorar erhalte, wenn er am Haus inszeniere.

Stückauftrag für Franzobel


Für das Verfassen eines Stück über einen der größten Stars des dritten Reichs, der Sängerin und Schauspielerin Zarah Leander, wurde der österreichische Autor Franzobel gewonnen und wird damit für eine Uraufführung am Vorarlberger Landestheater sorgen. Man darf sicherlich gespannt auf dieses Stück sein, zumal mit Tamara Stern ganz sicher eine ideale Besetzung, eine Künstlerin, die dieser legendenhaften Figur mit Gewissheit gewachsen ist, gefunden wurde.

Auch im dritten Stück der Saison steht eine starke Frau im Mittelpunkt. Schönherrs Drama "Der Weibsteufel", welches zuletzt in Martin Kusejs Inszenierung für Furore sorgte, wird in Vorarlberg vom jungen Regisseur Simon Windisch umgesetzt.

Gefährliche Abenteuer


Als Weihnachtsmärchen für die ganze Familie steht "Der Zauberer von Oz" zum Jahreswechsel auf dem Spielplan. Ein Stück mit Musik, das von Dorothys Reise durch ein großes, wunderbares Zauberland erzählt, von Freundschaft und davon, dass man mit Herz, Mut und Verstand die gefährlichsten Abenteuer bestehen kann.

Regisseurin Sigrid Herzog, die in Bregenz mit der Inszenierung von "Emilia Galotti" von sich Reden machte, wird in der kommenden Saison die Tragödie "Die Bluthochzeit " von Federico Garcia Lorca inszenieren. Der andalusische Dichter und Freiheitskämpfer verwebt in seinem Stück Tradition und Moderne. Sein Engagement für eine freie und gerechte Gesellschaft musste er teuer bezahlen: Lorca wurde 1936 erschossen und anonym verscharrt.

Den Augenblick leben!


Perfekt zum diesjährigen Thema des Spielplans passen die Lebensmaxime der Zigeunerin Carmen: „Frei sein! Den Augenblick leben! Rückhaltlos lieben!“ Georges Bizets Opera comique wird von Alexander Kubelka, gemeinsam mit dem Dirigenten Alexander Drcar und der international bekannten Mezzosopranistin Nadine Weissmann, in der kommenden Saison auf die Bühne gebracht.

Mit der Kriminalkomödie "Acht Frauen" von Robert Thomas, die als Kinoversion Welterfolg feierte, zollt das Landestheater seinen vielen großartigen Schauspielerinnen Respekt. Es gibt ein Wiedersehen mit der Schauspielerin ChrisTine Urspruch und dem Regisseur Tobias Materna.

Nestroy-Preisträger inszeniert in Bregenz


Die zweite Uraufführung der Saison, ein Theaterprojekt nach George Orwells Roman 1984, wird von Bernd Liepold-Mosser auf die Bühne gestellt. Wenn man Liepold-Mossers Arbeit "Alcin@" dieses Jahr gesehen hat, kann man sich vorstellen, dass den Zuschauer eine herausfordernde Auseinandersetzung mit dem Thema "globale Überwachung" erwartet.

Welcher Zauber und welche Macht der Sprache innewohnt, erzählt die romantische Komödie "Cyrano de Bergerac" von Edmond Rostand. Mit dem Nestroy-Preisträger Hans Escher kommt für diese Produktion ein neuer, sicherlich spannender Regisseur ans Vorarlberger Landestheater.

Ballsaal auf einer Bodensee-Fähre


Schon zur Tradition wurde die Auslagerung der letzten Produktion der Saison auf eine Außenspielstätte. Nach dem Bespielen des Kornmarktplatzes wird heuer der Vorplatz der Bildsteiner Wallfahrtskirche zur Bühne und nächstes Jahr soll eine alte Fähre mit dem Publikum in See stechen. Für das wortlose Schauspiel "Das Ballhaus" nach einer Idee von Jean-Claude Penchenant soll die Fähre in einen glanzvollen Ballsaal verwandelt werden. Es inszeniert Steffen Jäger.

Im Kleinen Haus sind drei Uraufführungen geplant, die aber noch nicht zur Gänze ausgearbeitet sind. Das Junge Landestheater konzentriert sich auf eine Altersstufe, die in den letzten Jahren eher vernachlässigt wurde, die 12 - 14 Jährigen. Außerdem ist in Zukunft jeden zweiten Sonntag ein Gastspiel für Kinder im Kleinen Haus geplant. Mit einem umfangreichen und sehr spannenden Programm gewinnt und erzieht sich das Landestheater somit sein Publikum für die Zukunft. Bravo!

Alexander Kubelka, Dirk Diekmann, Nina Kogler

Alexander Kubelka, Dirk Diekmann, Nina Kogler

Landestheater ließ Tauben fliegen: Nina Kogler, Alexander Kubelka, Dr. Dorothée Bauerle-Willert, Dirk Diekmann (Fotos: Anja Köhler)

Landestheater ließ Tauben fliegen: Nina Kogler, Alexander Kubelka, Dr. Dorothée Bauerle-Willert, Dirk Diekmann (Fotos: Anja Köhler)

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