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01.02.2016 |  Dagmar Ullmann-Bautz

Ein hochgradig spannendes Ereignis – „Auguste Bolte“ im Theater Wagabunt

Letzte Woche Donnerstag feierte das Theater Wagabunt im TiK in Dornbirn Premiere mit der Geschichte der „Auguste Bolte“ von Kurt Schwitters. Für die Bühnenadaption des Textes und die Regie zeichnet Stephan Kasimir verantwortlich, für die Ausstattung Caro Stark. Auf der Bühne stehen Robert Kahr, Anwar Kashlan und Wolfgang Pevestorf.

Kurt Schwitters, geboren 1887, war die zentrale Figur der hannoverschen Dada Kunstszene. Schwitters war auf allen Gebieten der Kunst versiert. Er schrieb, malte, collagierte und komponierte. Seine Geschichten, die eigentlich keine Geschichten sind sondern geniale Wortspielereien, versah er mit dem ihm eigenen zynisch sarkastischen Unterton. So auch die Erzählung der Auguste Bolte, die Stephan Kasimir großartig für drei Schauspieler transformiert hat.

Flauschiges Kabinett – bunt und hintergründig


Den interessierten Zuschauer erwartet ein Gesamterlebnis, das schon beim Betreten des Vorraumes beginnt. Ein Plakat kündigt „Das Kabinett der Auguste Bolte“ an, man betritt einen sogenannten MERZbau, wie ihn Kurt Schwitters Anfang des letzten Jahrhunderts erstmalig in seinem Haus geschaffen hat, eine begehbare Installation. Caro Stark hat diesen MERZbau gestaltet, in dem auch die Schauspieler zu Ausstellungsobjekten werden, zu drei skurrilen Figuren, die sich zur Teaparty treffen. Kahr in einem rosaroten Hasenkostüm, Kashlan im weißen Anzug mit rosa Shirt und Pevestorf im Tütü mit einem zartrosa Top. Die Objekte in diesem flauschigen Kabinett sind nach Musiktiteln benannt, bunt, lustig, hintergründig und herrlich überspannt.

Tolle Schauspieler


Die drei Protagonisten erzählen die Fabel der Auguste Bolte, die einer Gruppe von mehreren Menschen folgt, welche alle in eine Richtung laufen. Und wie so oft, wenn eine Menschenmenge geschlossen in eine Richtung geht, vermutet auch Auguste dort ein ganz besonderes Ereignis. Doch manchmal kommt es anders als man denkt und Auguste, so viel sei verraten, befindet sich ganz plötzlich in einer unerwarteten, prekären Situation. Anwar Kashlan brilliert als temporeicher und äußerst differenzierter Erzähler, der den Zuschauer vom ersten Moment in seinen Bann zieht und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Robert Kahr und Wolfgang Pevestorf schaffen die perfekte Ergänzung, die Klammer, die die Erzählung zusammenhält.

Exklusives Erlebnis


Das Duo aus Regisseur Stephan Kasimir und Ausstatterin Caro Stark haben wieder einmal bewiesen, wie großartig sie zusammenpassen, wie wunderbar sich ihre Arbeit ineinander fügt und ergänzt. Vom Betreten bis zum Verlassen des Theaters ist der Zuschauer konfrontiert mit spannender und unterhaltsamer Kunst, in einem kleinen, intimen und somit recht exklusiven Rahmen.

Ein großartiges Ereignis, dem im Weiteren ganz viele Zuschauer zu wünschen sind!

 

Weitere Aufführungen:
4. / 5. / 6. / 11. / 12. / 13. Februar jeweils 20 Uhr
7. Februar um 17 Uhr
TiK Dornbirn, Jahngasse 10/2
www.theaterwagabunt.at

Hervorragendes Ensemble: Wolfgang Pevestorf, Anwar Kashlan, Robert Kahr

Hervorragendes Ensemble: Wolfgang Pevestorf, Anwar Kashlan, Robert Kahr

Ausstellungsobjekt "It´s the end of the world as we know it" R.E.M. Fotos: Caro Stark

Ausstellungsobjekt "It´s the end of the world as we know it" R.E.M. Fotos: Caro Stark

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  • Hervorragendes Ensemble: Wolfgang Pevestorf, Anwar Kashlan, Robert Kahr Hervorragendes Ensemble: Wolfgang Pevestorf, Anwar Kashlan, Robert Kahr
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  • Ausstellungsobjekt "It´s the end of the world as we know it" R.E.M. Fotos: Caro Stark Ausstellungsobjekt "It´s the end of the world as we know it" R.E.M. Fotos: Caro Stark