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24.02.2013 |  Christina Porod

Alles, nur keine Langeweile – Das ANARTtheater präsentiert Esteve Solers „Gegen den Fortschritt“

Theater darf alles, nur nicht langweilen. Und Langeweile war auch annähernd die einzige Empfindung, die das Publikum am gestrigen Samstagabend bei der Premiere und österreichischen Erstaufführung von Esteve Solers „Gegen den Fortschritt“ im Seezentrum in Hard nicht überkam. Dagmar Ullmann-Bautz führte Regie bei einem Stück, das durch die Überhöhungen ins Phantastische und die Reaktion der Figuren nicht moralisierend wirkte.
Eine Flut von Emotionen steckt in den sieben grotesken in sich abgeschlossenen Szenen. Lachen, Verstörung oder Entsetzen schmiegen sich virtuos ineinander, wenn sich mit überspitztem Blick eine unmenschliche Zukunft vor den Augen der Zuschauer ausbreitet. Alle Episoden bestechen auf ihr eigene Art und Weise: Zu Beginn zeigt sich ein übergewichtiges Paar, das immerzu Essen in sich hineinstopft. Die beiden zappen durchs Fernsehprogramm und maulen, dass dieses früher besser war. Plötzlich entsteigt ein schwarzes hungerndes Kind dem Bildschirm, das sich weder wegzappen noch ausschalten lässt. Darauf beharrend, keine Rassisten zu sein, greifen sie als letzten Ausweg zum Müllsack.
Die Welt verkehrt sich und driftet ins Surreale, wenn Robben Menschenbabys erschlagen, Verträge die Dauer einer Beziehung festlegen, Abteilungsleiter Religionen gründen oder über Nacht Riesenäpfel im Wohnzimmer auftauchen. Dagmar Ullmann-Bautz: „Soler analysiert den Menschen, der sich entmenschlicht, der an amoralischen Krankheiten und einer emotionalen Brutalisierung leidet.“

 

Spielfreude und Inszenierungsideen

Nicht nur aufgrund der relativ raschen Szenenwechsel steht die Kurzweil auf dem Programm. Die Bühnenpräsenz und überzeugende Spielfreude aller Akteure sowie die Inszenierungsideen gestalten den Abend zu einem abwechslungsreichen Genuss. Sigrun Berkmanns originelle Kostüme und Birgit Rinderers ausdrucksstarke Maske tun ihr Übriges. Das eingangs recht unspektakuläre Bühnenbild (Petra Rohner-Menia) aus weißen Wänden entwickelt sich in jeder Szenerie. Videoeinspieler, Projektionen (Thomas Gmeiner/vidart) oder Schattenbilder verwandeln die Bühne in die jeweiligen durchwegs ideenreichen Schauplätze und schaffen Atmosphäre. Der Comic, der kunstgerecht eine der sieben Episoden illustriert, scheint mit der Bühne zu verschmelzen: Eine heraneilende, auf der Leinwand dargestellte Tram überfährt einen Schauspieler.
So zeigt das Ensemble ein äußerst gelungenes Gesamtkonzept, das vom Premierenpublikum mit gebührendem Applaus gewürdigt wird.

 

 

Weitere Aufführungen folgen am: Do, 28.2., Fr, 1.3., Fr, 8.3. jeweils um 20 Uhr und So, 10.3., So, 17.3. jeweils um 19 Uhr im Seezentrum in Hard

Beim Gespräch über eine Religionsgründung zwischen einem Abteilungsleiter (Maria Keckeisen) und seinem Kollegen (Verena Steurer) kommt die satirische Schärfe des Stücks zum Ausdruck. „Du musst doch den Sinn des Lebens kennen, du hast BWL studiert.“

Beim Gespräch über eine Religionsgründung zwischen einem Abteilungsleiter (Maria Keckeisen) und seinem Kollegen (Verena Steurer) kommt die satirische Schärfe des Stücks zum Ausdruck. „Du musst doch den Sinn des Lebens kennen, du hast BWL studiert.“

Kerstin Waibel und Mehmet Cankaya diskutieren über ihre Verträge.

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Die Tiere rächen sich an ihren Mördern. Um die Population der Menschen in Schach zu halten, erschlagen nun Robben (Sarah Rössler) Menschenbabys.

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Was tun, wenn sich plötzlich ein überdimensionaler Apfel im Wohnzimmer befindet? Das fragen sich Ralf Stoffers und Ruth Kanamüller.

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  • Beim Gespräch über eine Religionsgründung zwischen einem Abteilungsleiter (Maria Keckeisen) und seinem Kollegen (Verena Steurer) kommt die satirische Schärfe des Stücks zum Ausdruck. „Du musst doch den Sinn des Lebens kennen, du hast BWL studiert.“ Beim Gespräch über eine Religionsgründung zwischen einem Abteilungsleiter (Maria Keckeisen) und seinem Kollegen (Verena Steurer) kommt die satirische Schärfe des Stücks zum Ausdruck. „Du musst doch den Sinn des Lebens kennen, du hast BWL studiert.“
  • Kerstin Waibel und Mehmet Cankaya diskutieren über ihre Verträge. Kerstin Waibel und Mehmet Cankaya diskutieren über ihre Verträge.
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