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19.07.2009 |  Silvia Thurner

Wenn Traktoren Pirouetten schlagen und Männchen machen - „tanzmaschinen“ wurde aufgrund des Schlechtwetters mit weniger Publikum als erwartet, aber mit viel Zustimmung uraufgeführt

Anlässlich des 180-Jahre-Jubiläums der Bürgermusik Bezau erhielt Gerold Amann einen Kompositionsauftrag. Entstanden ist das Werk „tanzmaschinen“ bei dem fünfundzwanzig Landmaschinenfahrer und die drei Musikvereine Bezau, Bizau und Reuthe zum Einsatz kamen. Das Bangen, ob die derzeitigen Wetterkapriolen eine Uraufführung der „tanzmaschinen“ wie geplant zulassen würden, hielt bis zur letzten Minute an. Kurz vor Aufführungsbeginn am Jolerbühel in Bezau entschieden sich die Verantwortlichen, eine „Schlechtwettervariante“ zu präsentieren, die die Ausgangsgedanken der eigentlichen Performance in groben Zügen transportierten.

Mit einer stimmigen und originell konzipierten Collage aus bekannten Märschen bot Gerold Amann den Musikantinnen und Musikanten einesteils einen nicht alltäglichen Zugang zur Marschmusik. Andernteils waren die Musikvereine Protagonisten, die im Gelände marschierten, sich aufteilten und in Gruppen formiert von verschiedenen Punkten im Gelände musizierten. Die Verarbeitung der Märsche wirkte humorvoll und geistreich. Beispielsweise setzte Gerold Amann im Marsch „Jägermeistermix“ Themenfragmente verschiedener Märsche so zusammen, dass sich die Hörperspektive ständig veränderte. Die Klänge der Milchkannen sowie im Rhythmus wetzende Sensen und Motorsägen, die bestimmte Passagen musikalisch unterstrichen, boten beste musikalische Unterhaltung. Allerdings wurden vor allem im Schlussmarsch, im „Wilden Marsch“ auch die Grenzen deutlich.

Keine direkte Begegnung

Allein die „Schlechtwettervariante“ machte eine direkte Begegnung zwischen musikalischen und maschinellen Klängen nicht möglich. Geplant war die Vermischung dieser Schallereignisse. Trotzdem waren die Landmaschinenfahrer so engagiert bei der Sache, dass die Vorführungen der Traktoren und Maschinen viele Anreize bot. Oldtimertraktoren tanzten Pirouetten. Schaufeln, Zinken sowie Greifer an den Frontladern und Kreisler kommunizierten spektakulär miteinander, sie nahmen sich im wahrsten Sinne des Wortes auf die Schaufel und machten Männchen. Die Darbietungen machten den Zuschauerinnen und Zuschauern deutlich, dass sie sich zu einem besonderen Ereignis eingefunden hatten, denn wiederholbar oder gar an einen anderen Ort transferierbar ist „tanzmaschinen“ nicht.

Wortwitz und Ironie

Norbert Mayer rezitierte seinen Text von der Gondel der Bezauer Seilbahnen aus und begeisterte das Publikum besonders. Seine Reime im Bregenzerwälder Dialekt waren zugespitzt auf Eigentümlichkeiten dieser Region. Geleitet von genau aufeinander abgestimmten Vokalisen und Wortrhythmen bot der Text neben den inhaltlichen auch viele musikalische Qualitäten. Damit überhöhte er das positive Gesamterlebnis zusätzlich.

Am Samstag, 25. Juli wird „tanzmaschinen“ noch mal gezeigt. Talstation der Bezauer Bergbahnen, 21.30 Uhr.

Maschinen im tänzerischen Kontakt zueinander

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Wut schnaubender Riese

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Kaiserjägerzombies

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