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09.11.2017 |  Silvia Thurner

Über ein außergewöhnliches Jazzkonzert zum Kulturpreis Vorarlberg 2017 – mit einer Band, bestehend aus den sieben Nominierten

Bereits zum dritten Mal loben Bernhard Moosbrugger, Leiter des Casinos Bregenz und Martin Jäger von der Sparkasse Bregenz den Kulturpreis Vorarlberg aus. Dieses Jahr war der Blick auf junge Jazzmusikerinnen und –musiker gerichtet. Im Dornbirner Funkhaus stellten sich Johannes Bär, Andreas Broger, Fabio Devigili, Martin Grabher, Veronika Morscher, Benny Omerzell und David Soyza einer internationalen Jury. Dabei kochte nicht jeder seine eigene Suppe, sondern alle wirkten zusammen und traten als hervorragende Band auf. Sieben Eigenkompositionen und bewundernswerte Improvisationen heizten die Stimmung im Saal gehörig an. Wer den mit 10.000 Euro dotierten Kulturpreis 2017 erhält, wird erst nächste Woche verlautbart. Doch das musikalische Ereignis und die euphorische Stimmung, die sich unter den Zuhörenden breit machte, machte ohnehin klar, dass alle Musikerinnen und Musiker gewonnen haben.

Mit Spannung wurde der Konzertabend erwartet, denn das Prozedere des Auswahlverfahrens für den Kulturpreis Vorarlberg 2017 war nicht ganz einfach abzustecken. Dem Naturell von Musikern entsprechend trat bei diesem Wettbewerb nicht jeder gegen jeden an, sondern alle musizierten gemeinsam und fanden mit ihrem gut aufeinander abgestimmten Spiel eine bewundernswerte musikalische Dramaturgie.

Höchst beeindruckend spielten Johannes Bär (Tuba), Andreas Broger und Fabio Devigili (Saxophon), Martin Grabher (Drumset), Veronika Morscher (Vocals), Benny Omerzell (Klavier und Keyboard) sowie David Soyza (Vibraphon) zusammen. Sie ließen einander Raum für individuelle Improvisationen, die allesamt gut in den musikalischen Kontext eingebunden waren und nie zu rein äußerlich wirkenden Virtuosennummern wurden. Allein die Kreativität mit der die Musiker die unterschiedlichen Klangfarben einsetzten und auch mittels Geräuschkulissen eine musikalische Atmosphäre schufen, schärfte die Sinne der Zuhörenden. Eine schöne Ergänzung boten zwei Pole, auf der einen Seite die feinsinnigen Vocals von Veronika Morscher und im tiefen Blech die belebenden rhythmischen Impulse des Tubisten Johannes Bär. Dass alle Nominierten Meister ihrer Instrumente waren, schraubte das Niveau der Darbietungen zusätzlich nach oben. Sehr rasch legte sich die spürbare Anspannung und der musikalische Flow auf der Bühne übertrug sich auch auf das Publikum. Jasmin Ölz stellte die Protagonisten und Musiker mit ihren Werken vor.

Sieben Werke, sieben Gleichgesinnte

Das erste Werk „Two Faces“ steuerte der Vibraphonist David Soyza bei. Nach einer spannenden Einleitung kristallisierten sich die musikalischen Gestalten allmählich aus den Flächen heraus und traten in Rhythmus betonten Passagen in einen ausgeklügelten Gegensatz. Auf diese Weise korrespondierten zeitlich straff erlebbare Passagen mit flächigen Dehnungen. Ein ganz anderes Flair verbreitete Martin Grabhers Stück „54 Sides“, das einen erzählenden Duktus und die Atmosphäre in einer mediterranen Metropole verströmte. Musikalische Dialoge belebten das mitteilsame Werk. Andreas Broger eröffnete seine Komposition „Wo geht’s hin?“ mit einem Saxophonsolo, das sogleich die Stimmung vorgab. Die an der Volksmusik orientierte musikalische Linie und die im Dialekt von Veronika Morscher gesungenen Wegmarken implizierten humorvoll eine Reise durch den Bregenzerwald, von Lingenau übers Vorsäß bis zur Schnepfegg bis hinein in die gute Stube oder vielleicht doch nur in den Schopf. Fabio Devigili schuf das Werk „Late Night Raft Alley“, das den einzelnen Solisten weitläufige Freiräume für ihre Improvisationen ließ. Daraus entwickelten sich spannende Dialoge und bemerkenswerte Steigerungen.

Die hervorragende Dramaturgie des Abends schlug sodann mit Veronika Morschers „River, Show No Mercy“ einen etwas lyrischeren Ton an. Poetisch entfaltete sie ihren Song und verströmte Emotion, indem sie sich Zeit für die nuancierten melodischen Linien ließ. Johannes Bär präsentierte mit „Ländle Ländler“ ein Werk mit originärer Aussage. Eröffnet wurde es mit einem Jodler, in den auch Andreas Broger und Veronika Morschere einstimmten. Der musikalische Fluss mündete schließlich in der inoffiziellen Landeshymne „O Hoamatle“, deren harmonische Transformation die zeitkritische Aussage unmissverständlich wirken ließ. Einen ganz anderen Ton schlug der Pianist Benny Omerzell mit seiner Komposition „Birds of a Feather“ an. Aus einem minimalistischen Pattern entwickelte er einen gut aufgebauten musikalischen Spannungsbogen, der in fein ineinander verwobenen Schichten gesteigert wurde und wieder abflaute.

Anette von Eichel, Andreas Felber, Adrian Mears und Thomas Stabenow bildeten die Jury, deren Vorsitz Winfried Nussbaummüller innehatte. Auf deren Bewertungskriterien und ihre Urteile darf man gespannt sein. Je nachdem wohin der Fokus gerichtet war, verströmten alle dargebotenen Werke ihren eigenen Reiz.

Das singuläre Konzertereignis mit den sieben Uraufführungen soll in Kürze via CD weiter wirken können.

Johannes Bär (Tuba), Andreas Broger und Fabio Devigili (Saxophon), Martin Grabher (Drumset), Veronika Morscher (Vocals), Benny Omerzell (Klavier und Keyboards) sowie David Soyza (Vibraphon) - die sieben Nominierten für den diesjährigen Kulturpreis Vorarlberg - musizierten im Kollektiv und präsentierten dabei ihre sieben Kompositionen. Wer den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält, wird im Rahmen einer Gala im Casino Bregenz am 17. November bekanntgegeben.

Johannes Bär (Tuba), Andreas Broger und Fabio Devigili (Saxophon), Martin Grabher (Drumset), Veronika Morscher (Vocals), Benny Omerzell (Klavier und Keyboards) sowie David Soyza (Vibraphon) - die sieben Nominierten für den diesjährigen Kulturpreis Vorarlberg - musizierten im Kollektiv und präsentierten dabei ihre sieben Kompositionen. Wer den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält, wird im Rahmen einer Gala im Casino Bregenz am 17. November bekanntgegeben.

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