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08.07.2017 |  Peter Ionian

poolbar-Festival 2017 eröffnet mit Dialektsprachigem

Das poolbar-Festival feierte am Freitag, 7. Juli zum 24. Mal seine Eröffnung im Feldkircher Reichenfeld. Die nächsten fünfeinhalb Wochen bringen wieder Kultur von Nischen bis Pop ins Alte Hallenbad. Unter dem Motto „Good vibes – golden days“ gibt es ein umfangreiches musikalisches Programm, ein wenig Kleinkunst und heiße Nächte. Als Festival Opening kam Dialektsprachiges auf die Bühne. Die österreichischen Acts Voodoo Jürgens und Worried Man & Worried Boy sollten beweisen, dass auch hierzulande festivaltaugliche Musik geschaffen wird.

Wieder führt ein beleuchteter Steg durch die Wiese in Richtung Altes Hallenbad und zu den Ticketschaltern. Holz ist einmal mehr das bestimmende Material des Außenbereiches. Die Elemente kennt man schon aus den Vorjahren, doch wie diese eingesetzt werden, wurde auch heuer wieder neu entwickelt. Dafür gab es den poolbar-Generator im Frühjahr. Eine vorgesetzte Fassade über die ganze Länge des Gebäudes wird durch zahlreiche LEDs zur wirkungsvollen, farbigen Hülle. Die Außenbühne des poolbar-Festivals ist darin eingelassen. Näher an der Infrastruktur und die Umkehrung der letztjährigen Ausrichtung. Um 19:30 Uhr wurde der Brutkasten von More Eats witzig-komischen Geschichten und herzerwärmenden Songs eingeweiht. Die Freibadsaison war eröffnet.

Bunte Hülle und Festivalwiese

 

Die restliche Terrasse bietet Nischen, Steh- und Sitzgelegenheiten. Im Gegensatz zu den Vorjahren öffnet sie sich mehr in Richtung Wiese, auf der dann auch genüsslich Herumgelegen und Herumgesessen wurde. Chillen auf der Festivalwiese zwischen poolbar und Fesch'Markt. Der findet nämlich ebenfalls gerade statt, von 7. bis 9. Juli im Pförtnerhaus. Auch schon Tradition, dass sich hier jährlich über 70 Aussteller vom Bodensee bis zum Balaton treffen und allerhand aus den Bereichen Kunst, Design Accessoires, Möbel, Mode und Delikatessen anbieten. So kam eine bunte Mischung verschiedenster Menschen zusammen im Feldkircher Reichenfeld.

 

Neues Selbstbewusstsein und heiße Nächte

 

Die Halle ist auch neu gestaltet. Schmalere Bars, dafür auf allen drei Seiten, Wege hintenrum, sinnvolle Podeste und die Ausgliederung des Künstlerbereichs haben Platz geschaffen. Die Eröffnung auf der Bühne machte Worried Man & Worried Boy. Die schönsten Männer von Wien sind ein generationenübergreifendes Familienprojekt. Vater Herbert Janata hat mit seiner Band Worried Man Skiffle Group seit 1960 die Wiener Dialektwelle des Austropop mitgeprägt. Sohn Sebastian Janata ist Schlagzeuger bei Ja, Panik. Gemeinsam holen sie die alten Lieder des Vaters heraus und bringen sie in die heutige Zeit. Oder man besingt die Montagsdepression mit Von gschissn auf oasch. Als Vorband zu Voodoo Jürgens nicht nur stilistisch passend, sondern auch mit direktem Bezug. Den Song Heite grob ma Tote aus, der von Voodoo Jürgens gespielt wird, hat Sebastian Janata produziert. Voodoo Jürgens selbst startete dann ab 22:15 Uhr und zauberte eine gute Stunde lang mit seiner Band eine ganz eigene Atmosphäre in den Raum. Schwarzhumorige Texte im Wiener Dialekt, verpackt in rollende Rituale, meist dreckig dahergebracht, teils mit hypnotischer Wirkung. Das neue Selbstbewusstsein österreichischer Musik, ausgelöst durch die Erfolge von Bands wie Wanda und Bilderbuch, wurde an diesem Abend spürbar. Da ist ein gewisser Stolz dabei. Vielleicht ja auch auf Seiten des Publikums. Eines ist jedoch beim Alten geblieben, mit der Zeit verwandelt sich die Halle in eine Sauna. Das werden wortwörtlich heiße Nächte.

 

Wie die Zeit vergeht

 

Die Leute waren vielseitig, aber auf jeden Fall gereift. Es waren auch jüngere Besucher, aber es war kein Kinderspektakel. Eine interessante Mischung, das poolbar-Festival wird mit 24 wohl ein wenig gesetzter und more sophisticated. Zumindest an diesem Abend. Jedenfalls kamen viele Gäste auch von über der Grenze oder zum ersten Mal her und prägten so ein durchaus neues, frisches Festivalgefühl. Die Urgesteine mischten sich drunter. Am Ende landete man noch im Wohnzimmer, das ebenfalls aufwändig gestaltet ist, mit zahlreichen bunt leuchtenden Stoffkuben an der Decke. Oder man sprang in den Pool, wo Tonstube Records DJ Kaluko präsentierte und ordentlich getanzt wurde. Die DJ Parade verspricht ab nun jedes Wochenende Freitag und Samstag Clubbing im Pool.

 

Das erste Wochenende

 

Auch sonst geht es munter weiter. Heute Samstag, 8. Juli spielt Indie-Rock Singer-Songwriterin Cat Power, supportet von Cari Cari und dann wieder DJ Parade mit Stricher & Bassment. Am Sonntag bereits der erste Jazzbrunch mit dem Duo Miatíi und einer Zirkuswerkstatt sowie Kinderschminken. Am Abend findet die 1. Tirol-Vorarlberg-Poetry-Slam-Meisterschaft in der Halle statt. Soviel zum ersten Wochenende und einem souveränen Festivalstart.

 

 

Voodoo Jürgens eröffnete das poolbar-Festival 2017 (alle Fotos von Matthias Rhomberg)

Voodoo Jürgens eröffnete das poolbar-Festival 2017 (alle Fotos von Matthias Rhomberg)

Das neue Außenraumkonzept mit den "alten" Holzelementen

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Freibaderöffnung durch More Eats auf der Terrasse

Freibaderöffnung durch More Eats auf der Terrasse

Familienband Worried Man & Worried Boy in der heißen Halle

Familienband Worried Man & Worried Boy in der heißen Halle

Österreichische Musik mit neuem Selbstbewusstsein

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