Benutzerspezifische Werkzeuge

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

06.05.2013 |  Fritz Jurmann

Mehr Werke von Vorarlberger Komponisten beim SOV in der Saison 2013/14 – Musiker spielen auch zu kleineren Gagen auf Topniveau

Das findet man sonst kaum im Kulturbetrieb: ein Orchester, dessen Musiker auch mit unterdurchschnittlichen Gagen Leistungen erbringen, die inzwischen auf internationalem Niveau liegen. Bei der Programmpräsentation des Symphonieorchesters Vorarlberg für die Saison 2013/2014 am Montagvormittag im Bregenzer Festspielhaus bestätigte Chefdirigent Gérard Korsten diese Tatsache: „Die Entwicklung der Orchesterqualität ist großartig!“ Er selbst hat in den vergangenen Jahren am Pult freilich wesentlich zu dieser ständig steigenden künstlerischen Entwicklung beigetragen, wie das auch der seit zwölf Jahren amtierende Präsident des Orchesters, Eduard Konzett, vor der versammelten Journalistenrunde anerkennend festhielt.

Besserung in Sachen Subventionierung durch das Land ist jedenfalls in Sicht. Die scheidende Kultur-Landesrätin Andrea Kaufmann zeigte zuletzt großes Verständnis für die Anliegen des SOV, nicht zuletzt auch, weil das Orchester derzeit 60 Prozent seines Budgets selbst einspielt. So wird die jährliche Subvention vom bisherigen Sockelbetrag von 435.000 Euro heuer um 40.000 Euro angehoben. Weitere jährliche Steigerungen in dieser Größenordnung sind für 2014 und 2015 angedacht, fallen dann jedoch in die Kompetenz von Kaufmanns Nachfolger Harald Sonderegger. Diese Erhöhung soll sich, so Konzett auf Anfrage, direkt auf eine Anhebung der vergleichsweise mageren Musikergagen auswirken: „Unser Ziel wäre einfach eine finanzielle Absicherung auf drei Jahre, um ordentlich planen zu können.“

Fünf Konzerte und eine Oper


Das Symphonieorchester Vorarlberg hat in seinem 27. Bestandsjahr für die Saison von Herbst 2013 bis Frühjahr 2014 wieder das übliche Pensum von fünf Konzerten und einer Oper geplant (Details dazu siehe in der Aufstellung am Ende dieses Beitrages). Das Programm ist wie üblich in enger Kooperation zwischen dem Chefdirigenten und dem mit 30. Juni aus seinem Amt scheidenden Geschäftsführer Michael Löbl entstanden, dem Korsten Rosen streut: „Er hat unglaublich viel Repertoirekenntnis und eine gute Hand in der Auswahl der übrigen Dirigenten und Solisten.“

Debütieren am Pult des SOV wird in der kommenden Saison Markus Landerer, der ehemals als Domkapellmeister in Feldkirch und in vielen anderen Funktionen die Chorszene des Landes geprägt hat und jetzt jährlich ein großes Projekt mit seiner aus qualifizierten Sängern bestehenden „Chorakademie Vorarlberg“ im Land verwirklicht. Diesen Umstand hat man sich in einer gemeinsamen Produktion mit Haydns „Paukenmesse“ zunutze gemacht.

Auf Verdi folgt wieder Verdi


Nach dem großen Erfolg der jährlichen Opern-Koproduktion mit dem Landestheater in zehn ausverkauften Vorstellungen von Verdis „La Traviata“ hat man sich auf Wunsch von Intendant Alexander Kubelka erneut für einen populären Verdi entschieden, seine Oper „Rigoletto“, die ab 5. Februar zehnmal am Kornmarkt gegeben wird. Nicht zuletzt will man dabei auch die hervorragende Gesangsbesetzung von „La Traviata“ erneut ans Haus binden. Dirigieren soll der Deutsche Alexander Drcar, der heuer zu Ostern für maßstäbliche Aufführungen von Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ im Aboprogramm des SOV gesorgt hat.

Der Dirigent Kirill Petrenko muss wegen seiner Verpflichtungen in Wagners „Ring“ in Bayreuth und als GMD in München in dieser Saison mit dem gewohnten Zyklus „MAHLER 9 x 9“ beim SOV pausieren, dieser wird aber entgegen ersten Befürchtungen im Herbst 2014 mit der „Fünften“ fortgesetzt. Quasi als Ersatz dafür hat man einige groß besetzte Standardwerke der Orchesterliteratur ins Programm genommen wie die „Symphonie fantastique“ von Hector Berlioz oder die „Rosenkavalier“-Suite von Richard Strauss.

Diese Konzerte werden ausnahmsweise wieder wie derzeit zweimal im Festspielhaus Bregenz mit Zubringerbussen aus Feldkirch stattfinden, da das neue Montforthaus in Feldkirch erst im Herbst 2014 nach dem Umbau wieder zur Verfügung stehen wird. Inzwischen hat sich für „Normalbesetzungen“ aber auch der Festsaal des Konservatoriums, wo die Feldkircher Abokonzerte derzeit je zweimal stattfinden, sehr bewährt.

Namhafte Solisten


Bei den Solisten hat man neben Alessio Allegrini, Horn; Eugene Ugorski, Violine; Gunter Haumer, Bass; und Claire Huangci, Klavier; im letzten Konzert auf den Flötisten der ersten Stunde in den Orchesterreihen, Eugen Bertel, zurückgegriffen. Er wird ein Flötenkonzert von Jacques Ibert spielen und unterstrich seine exzellenten Qualitäten bei dieser von Martina Feurstein (Pzwei Pressearbeit) moderierten Pressekonferenz mit zwei Einlagen von Fauré und Poulenc, am Klavier begleitet von Yukie Togashi.

Der Konflikt, den im Vorjahr bei einem Pressegespräch eine abwertende Aussage von Gérard Korsten zur Qualität der Werke von Vorarlberger Komponisten ausgelöst und zu einer scharfen Reaktion der Kulturjournalistin Silvia Thurner in der Printausgabe der KULTUR geführt hat, findet mit diesem Programm nun ein gütliches Ende. Es gibt mit den „Süßkind-Szenen“ sogar eine Uraufführung des renommierten, aus Bregenz stammenden und in Graz tätigen Komponisten Richard Dünser sowie mit „Der große Regen“ eine weitere Aufführung der Dornbirnerin Johanna Doderer.

Auch Zwölfton-Musik im Programm


Mit Arnold Schönbergs „Kammersymphonie“ wagt sich das Orchester auch an ein extrem schwieriges Stück Zwölfton-Musik. Gérard Korsten: „Das Orchester ist heute auf einem solchen Niveau, da muss man bei der Auswahl der Stücke keine Rücksicht mehr nehmen.“ Der Fagottist Allen Smith bestätigte als Orchestervertreter die gute Atmosphäre, die in den Reihen des Orchesters herrscht und immer auch wieder zu Top-Leistungen führt und bedankte sich bei Michael Löbl für seine Arbeit.

Zusätzlich zum Abozyklus gibt es im Herbst die Wiederaufnahme des Projektes „texte & töne“ aus den 90er-Jahren in Zusammenarbeit mit dem ORF Vorarlberg. Zeitgenössische Komponisten wie Peter Herbert oder Richard Dünser präsentieren im Funkhaus mit dem SOV ihre Werke. Zusätzlich wird das Orchester im März 2014 auch bei einem internationalen Wettbewerb für junge Dirigenten der Salzburger Festspiele mitwirken. Schließlich wird das SOV im Sommer 2014 am letzten Tag der Bregenzer Festspiele und damit am Ende der Amtszeit von Intendant David Pountney eine Matinee mit Bernstein und Mozart gestalten. Im Gespräch ist eventuell auch eine Kammeroper.

Löbls Nachfolger steht in Kürze fest


Was die unmittelbare Zukunft in der Führung des Orchesters betrifft, so läuft derzeit die Ausschreibung für den Nachfolger von Geschäftsführer Michael Löbl, die Entscheidung soll in zwei bis drei Wochen fallen. Vom neuen Geschäftsführer wird erwartet, dass er das Orchester verstärkt nach außen vermarktet und auch Sponsoren auftreibt. Gespräche mit der neuen Festspiel-Intendantin Elisabeth Sobotka über eine möglicherweise verstärkte Einbindung des SOV soll es noch in diesem Jahr geben.

 

Abonnement-Termine 2013/2014

Konzert 1

Donnerstag, 26. September 2013, 19.30 Uhr, Konservatorium Feldkirch
Freitag, 27. September 2013, 19.30 Uhr, Konservatorium Feldkirch
Sonntag, 29. September 2013, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten | Dirigent
Alessio Allegrini | Horn

Arnold Schönberg: Kammersymphonie Nr. 2 op. 38
Richard Strauss: Hornkonzert Nr. 1 Es-Dur op. 11
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92


Konzert 2

Samstag, 16. November 2013, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz (Abo F)
Sonntag, 17. November 2013, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

David Wroe | Dirigent
Eugene Ugorski | Violine

Johanna Doderer: „Der große Regen“
Samuel Barber: Violinkonzert op. 14
Hector Berlioz: Symphonie fantastique op. 14


Konzert 3

Donnerstag, 16. Januar 2014, 19.30 Uhr, Konservatorium Feldkirch
Freitag, 17. Januar 2014, 19.30 Uhr, Konservatorium Feldkirch
Samstag, 18. Januar 2014, 19.30 Uhr, Konservatorium Feldkirch (Sonderkonzert)
Sonntag, 13. Januar 2014, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Markus Landerer | Dirigent
Günter Haumer | Bariton
Chorakademie Vorarlberg

Arvo Pärt: Litany
Richard Dünser: Süßkind-Szenen für Bariton und Orchester (UA)
Joseph Haydn: „Paukenmesse“ Hob. XXII: 9

 

Oper

Zehn Aufführungen im Februar 2014, Theater am Kornmarkt Bregenz
Premiere am 5. Februar 2014

Alexander Drčar | Dirigent
Alexander Kubelka | Regie
Bregenzer Festspielchor (Leitung: Benjamin Lack)

Giuseppe Verdi: Rigoletto

Koproduktion mit dem Vorarlberger Landestheater

 

Konzert 4

Ostermontag, 21. April 2014, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz
Dienstag, 22. April 2014, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten | Dirigent
Claire Huangci | Klavier

Richard Strauss: Don Juan
Maurice Ravel: Konzert für die linke Hand
Sergei Prokofieff: Klavierkonzert Nr. 1 Des-Dur op. 10
Richard Strauss: Rosenkavalier-Suite

Konzert 5

Donnerstag, 15. Mai 2014, 19.30 Uhr, Konservatorium Feldkirch
Freitag, 16. Mai 2014, 19.30 Uhr, Konservatorium Feldkirch
Sonntag, 18. Mai 2014, 19.30, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten | Dirigent
Eugen Bertel | Flöte

Wolfgang A. Mozart: Symphonie Nr. 31 D-Dur KV 297 „Pariser“
Jacques Ibert: Flötenkonzert
Jacques Ibert: Hommage à Mozart
Wolfgang A. Mozart: Symphonie Nr. 39 Es-Dur KV 543

Sie lenken die Geschicke des SOV, v.l.n.r. Orchestervertreter Allen Smith, Präsident Eduard Konzett, Geschäftsführer Michael Löbl, Chefdirigent Gérard Korsten.

Sie lenken die Geschicke des SOV, v.l.n.r. Orchestervertreter Allen Smith, Präsident Eduard Konzett, Geschäftsführer Michael Löbl, Chefdirigent Gérard Korsten.

Seit 2005 hat der gebürtige Südafrikaner Gérard Korsten das Symphonieorchester Vorarlberg künstlerisch auf Top-Niveau gebracht.

Seit 2005 hat der gebürtige Südafrikaner Gérard Korsten das Symphonieorchester Vorarlberg künstlerisch auf Top-Niveau gebracht.

Eugen Bertel, Professor am Landeskonservatorium und Flötist der ersten Stunde im SOV, spielte live und ist Solist beim letzten Konzert der Saison (drei PK-Fotos © Markus Gmeiner).

Eugen Bertel, Professor am Landeskonservatorium und Flötist der ersten Stunde im SOV, spielte live und ist Solist beim letzten Konzert der Saison (drei PK-Fotos © Markus Gmeiner).

Der fixe Stamm des Symphonieorchesters Vorarlberg besteht aus 35 bis 120 Musikern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz (Foto © Adolf Bereuter).

Der fixe Stamm des Symphonieorchesters Vorarlberg besteht aus 35 bis 120 Musikern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz (Foto © Adolf Bereuter).

Artikelaktionen
Newsletter
Erhalten Sie die neuesten Kritiken per E-Mail
(Required)
Bilder
  • Sie lenken die Geschicke des SOV, v.l.n.r. Orchestervertreter Allen Smith, Präsident Eduard Konzett, Geschäftsführer Michael Löbl, Chefdirigent Gérard Korsten. Sie lenken die Geschicke des SOV, v.l.n.r. Orchestervertreter Allen Smith, Präsident Eduard Konzett, Geschäftsführer Michael Löbl, Chefdirigent Gérard Korsten.
  • Seit 2005 hat der gebürtige Südafrikaner Gérard Korsten das Symphonieorchester Vorarlberg künstlerisch auf Top-Niveau gebracht. Seit 2005 hat der gebürtige Südafrikaner Gérard Korsten das Symphonieorchester Vorarlberg künstlerisch auf Top-Niveau gebracht.
  • Eugen Bertel, Professor am Landeskonservatorium und Flötist der ersten Stunde im SOV, spielte live und ist Solist beim letzten Konzert der Saison (drei PK-Fotos © Markus Gmeiner). Eugen Bertel, Professor am Landeskonservatorium und Flötist der ersten Stunde im SOV, spielte live und ist Solist beim letzten Konzert der Saison (drei PK-Fotos © Markus Gmeiner).
  • Der fixe Stamm des Symphonieorchesters Vorarlberg besteht aus 35 bis 120 Musikern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz (Foto © Adolf Bereuter). Der fixe Stamm des Symphonieorchesters Vorarlberg besteht aus 35 bis 120 Musikern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz (Foto © Adolf Bereuter).