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26.10.2016 |  Silvia Thurner

Fasziniert von der menschlichen Stimme und vom Chorgesang – Erinnerungen an Gerhard Dallinger

Der Chorleiter, Dirigent und Komponist Gerhard Dallinger ist unerwartet verstorben. Über Jahre hinweg bestimmte er als Gründungsdirektor des Landeskonservatoriums das Musikleben in Vorarlberg mit. Die Begeisterung für den Chorgesang motivierte ihn im Jahr 1982, den Kammerchor „Hortus Musicus“ zu gründen. Eng verbunden war er überdies mit dem Kirchenchor Frastanz, den er jahrzehntelang geleitet hat. Als Komponist bewegte sich Gerhard Dallinger auf einem hohen Niveau, denn sein Handwerk hat er bei Karl Schiske gelernt. Darüber hinaus war Dallingers musikalisches Wirken maßgeblich vom Dirigierstudium bei Hans Swarowsky geprägt.

Gerhard Dallinger wurde 1940 in Oberösterreich geboren. Er studierte Violoncello und leitete als junger Musiker am Kärntner Konservatorium in Klagenfurt eine eigene Celloklasse. Als wichtige Bereicherung erlebte Gerhard Dallinger seine Chorleitertätigkeiten an den Opernhäusern in Istanbul, Metz und Straßburg. Die breitgefächerten Erfahrungen, die er an diesen Häusern sammeln konnte, motivierten ihn, nachdem er in Vorarlberg sesshaft geworden war, einen eigenen Chor zu gründen. „Als Chordirektor musste ich vorwiegend Werke einstudieren, die von anderen aufgeführt wurden“ erinnerte er sich. „Deshalb gründete ich einen Chor mit Sängerinnen und Sängern, die bereit waren, mit mir gehobene Chorliteratur zu erarbeiten und zur Aufführung zu bringen.

Auch die Chorleitung hat Gerhard Dallinger bei namhaften Experten studiert sowie in Meisterkursen vertieft. Darauf nahm er in seiner umsichtigen Chorleitertätigkeit Bezug, wenn er unter anderem betonte: „Ich habe bei Eric Ericson gelernt, dass es wichtig ist, die Partituren am Klavier einzustudieren, damit ich als Chorleiter jede Stimme unterstützen kann. Auch für den Ablauf des Dirigierens ist dies als Vorbereitung zweckmäßig.“

Kompositorisch war Gerhard Dallinger vor allem dann kreativ, wenn er um ein neues Werk gebeten wurde oder für "seinen" Chor Neues schaffen konnte. Deshalb hinterlässt er ein eher kleines Oeuvre. Ein bedeutender Anspruch in seinem musikalischen Schaffen war das Bemühen um eine gute Spielbarkeit. Außerdem schätzte Gerhard Dallinger den persönlichen Kontakt zu den Musikern und Sängern sehr und arbeitete gerne mit ihnen zusammen. „Wenn man selbst Musiker ist, weiß man, welche Art der Musik die Musiker grantig macht, wenn man das spielen muss“, lautete ein Credo von Gerhard Dallinger. Ihm war es stets ein Anliegen, auch Kompositionen für lernende Musikerinnen und Musiker zu schaffen. Diese Werke wurden beim Musikverlag Doblinger verlegt und bereichern die Spielliteratur beispielsweise für Wettbewerbe.

Weitere Informationen:

www.musikdokumentation-vorarlberg.at

 

Gerhard Dallinger lebte zuletzt eher zurückgezogen in Weiler. Am 21. Oktober ist er unerwartet verstorben.

Gerhard Dallinger lebte zuletzt eher zurückgezogen in Weiler. Am 21. Oktober ist er unerwartet verstorben.

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