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29.01.2018 |  Peter Füssl

Für Kultur nach 6 um 6! ORF-Landesdirektion verweigert weiterhin die öffentliche Diskussion und Rückverlegung der Kultursendung

Auch die Unterschriften von mittlerweile mehr als 2.000 kulturinteressierten Hörerinnen und Hörern scheinen ORF-Landesdirektor Markus Klement nicht sonderlich zu beeindrucken. Jedenfalls zeigte er – nachdem er sich bei der großen Diskussion im vorarlberg museum Ende November doch lieber durch seinen mit null Pouvoir ausgestatteten Chefredakteur vertreten ließ – den Vertretern der Vorarlberger Kulturveranstalter im kleinen Kreis die kalte Schulter. Er blockt alle Forderungen in Sachen "Kultur nach 6" ab, traut sich aber wohl auch weiterhin nicht, seine Ansichten im Rahmen einer größeren Diskussionsrunde zu vertreten. Im folgenden die aktuelle Presseaussendung der IG- und Netzwerkgrupe Vorarlberg und der Plattform gegen Kulturabbau im ORF.

"Zwei Monate nach der Debatte im vorarlberg museum, bei der mehr als 300 Kulturschaffende und Radio Vorarlberg-HörerInnen vehement Kritik an der Verlegung der Sendung ‚Kultur nach 6’ auf 20 Uhr äußerten, erklärte sich ORF-Landesdirektor Markus Klement nun zu einem persönlichen Gespräch bereit. Allerdings nur in kleinem Kreis.

Mirjam Steinbock von der IG Kultur Vorarlberg, Peter Hörburger vom Spielboden Dornbirn und Hanno Loewy vom Jüdischen Museum als VertreterInnen der Interessensgemeinschaften und Plattformen, die die Diskussion initiierten, trafen sich zum Gespräch mit Markus Klement und Chefredakteur Gerd Endrich.

Die Kulturschaffenden erhofften sich vom Entscheidungsträger des Senders Antworten auf die seit November letzten Jahres offenen Fragen der ‚Kultur nach 6’-Publikums, welche seit Beginn der öffentlichen Diskussion unbeantwortet blieben. Der ORF-Landesdirektor sagte zwar, er sei „zum Dialog bereit“, will sich aber trotz nochmals ausgesprochener Einladung keiner öffentlichen Diskussion mit Kulturschaffenden und ORF-Publikum stellen.  

Klement zeigte sich vielmehr unbeeindruckt von den zahlreichen Protesten gegen die Verschiebung der Kultursendung auf 20 Uhr und damit auf einen Sendeplatz, auf dem die Zahl der Zuhörenden gegen Null tendiert. Mehr als 2.000 Hörerinnen und Hörer des ORF Vorarlberg haben inzwischen in einer Petition die Rückverlegung der Kultursendung auf ihren alten Platz gefordert. Doch von einer Korrektur des Sendeplatzes auf den ursprünglichen oder auch auf einen ähnlich attraktiven Sendeplatz am Morgen oder Mittag will der Landesdirektor nichts wissen.

Dabei hieß es im September 2017 in einem Interview mit den Vorarlberger Nachrichten noch, dass Nachjustierungen im Programm durchaus möglich seien:

„Mit den Neuerungen starten wir einen Prozess. Wenn aber etwas holprig klingt, wird es entsprechend geändert. Wir sind keine Wunderwuzzis“, so Klement.

Die Kulturschaffenden des Landes Vorarlberg nehmen die mangelnde Bereitschaft der ORF Landesdirektion an einer öffentlichen Diskussion zum Anlass, die Debatte über die Bedeutung von Kunst und Kultur für die Gesellschaft und die Aufgaben eines öffentlich-rechtlichen, und damit von uns allen finanzierten Senders, mit Nachdruck weiter zu führen. Entsprechende Aktionen auf breiter Basis werden folgen."

ORF Vorarlberg-Chef Markus Klement zeigt sich von den Unterschriften von mehr als 2.000 Hörerinnen und Hörern unbeeindruckt, scheut aber - wie auch schon letzten November im vorarlberg museum - offenbar davor zurück, sich einer öffentlichen Diskussion zu stellen © Mark Mosman

ORF Vorarlberg-Chef Markus Klement zeigt sich von den Unterschriften von mehr als 2.000 Hörerinnen und Hörern unbeeindruckt, scheut aber - wie auch schon letzten November im vorarlberg museum - offenbar davor zurück, sich einer öffentlichen Diskussion zu stellen © Mark Mosman

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  • ORF Vorarlberg-Chef Markus Klement zeigt sich von den Unterschriften von mehr als 2.000 Hörerinnen und Hörern unbeeindruckt, scheut aber - wie auch schon letzten November im vorarlberg museum - offenbar davor zurück, sich einer öffentlichen Diskussion zu stellen © Mark Mosman ORF Vorarlberg-Chef Markus Klement zeigt sich von den Unterschriften von mehr als 2.000 Hörerinnen und Hörern unbeeindruckt, scheut aber - wie auch schon letzten November im vorarlberg museum - offenbar davor zurück, sich einer öffentlichen Diskussion zu stellen © Mark Mosman