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23.04.2017 |  Anita Grüneis

Liechtensteiner Literaturtage: Literarisch und diplomatisch viel unterwegs

Liechtenstein ist kulturell in Bewegung. Letztes Jahr hieß es: „Liechtenstein schreibt“. Dieses Jahr lautet das Motto: „Liechtenstein liest“ und „Liechtenstein spielt“, nächstes Jahr soll es heißen: „Liechtenstein gestaltet“ und „Liechtenstein singt“. Organisatoren dieser Veranstaltungen sind die Liechtensteinische Landesbibliothek, die IG Wort und „Vaduz Classic“. In Sachen Literatur ging am Wochenende der erste Teil der zweiten Liechtensteiner Buchtage zu Ende. Dabei wurden Texte aus der Schreibwerkstatt für Wortakrobatinnen und Wortakrobaten präsentiert, geehrt wurde der Jugendliche mit den meisten Buchausleihen und die IG Wort verlieh ihre Ehrengabe „Murmeltier“.

„Der Bücherwurm 2016 ist überraschenderweise kein Mädchen“, meinte Landesbibliothekar Wilfried Oehry und überreichte den Preis an den 15-jährigen David Nägele aus Schaan. Er hatte sich fast alle zwei Wochen ein Buch ausgeliehen, dabei interessierte er sich besonders für Bücher mit viel Action, Detektivgeschichten oder „Bücher, in denen Jugendliche ausgebildet werden.“ Vor allem vor schulfreien Tagen hatte sich der junge Mann jeweils mit genügend Lesestoff eingedeckt. Er habe die Bücher auch alle gelesen, betonte er bei der Preisübergabe!

Sieben Wochen, sieben Sätze, sechs Worte


Eine spezielle Aktion gab es mit der Post. So lagen sieben Wochen lang an öffentlichen Stellen bereits frankierte Postkarten auf, die von Schülerinnen und Schülern des Vorkurses der Liechtensteinischen Kunstschule Liechtenstein gestaltet worden waren. Eine Jury hatte zwölf Sujets ausgewählt, die Liechtensteinische Post AG die Briefmarken spendiert. Die Aktion „Schreib doch mal eine Postkarte“ kam bei der Bevölkerung sehr gut an, an die 1600 Karten sind bereits im Einsatz, wie Projektleiterin Barbara Ospelt-Geiger erwähnte.
In der Schreibwerkstatt für Wortakrobatinnen und –akrobaten hatte Silke Knöbl mit 14- bis 15-jährige Sekundarschülerinnen und –schülern gearbeitet. Die Jugendlichen mussten zu Begriffen wie „Glück“ oder „Frühling“ in sechs Worten eine Geschichte schreiben. Das klang dann zum Beispiel so: „Ich aß Vogelbeeren, deshalb sterbe ich“ oder „Meine Großmutter nannte mich niemals Zwetschge.“ Es gab auch den Auftrag zu Symbolen wie „Schirm“ oder „Schere“ Geschichten zu entwickeln. Da wurden dann beispielweise aus einem Schlittschuh, einer Unterhose, einem Tempel und einigen Luftballons der Titel: „Regierung feiert Weltunterhosentag auf dem Eislaufplatz“.

Das Murmeltier für Prinz Stefan von Liechtenstein


Die IG Wort vergibt seit drei Jahren den Preis „Murmeltier“ an Personen, die sich für die Literatur in Liechtenstein verdient gemacht haben. Der erste Preis ging an Robert Allgäuer, der zweite an Evi Kliemand, der dritte wurde nun an Prinz Stefan, Botschafter in Deutschland, vergeben. Armin Öhri, Präsident der IG Wort, lobte den unermüdlichen Einsatz des Diplomaten und erzählte in seiner Laudatio von gemeinsamen Erlebnissen mit Prinz Stefan und Liechtensteiner Autorinnen und Autoren in Frankfurt, Berlin, Weimar, München, Leipzig oder Wetzlar. Der Prinz schrieb in seiner Dankesrede: „Ihr, die Literaturschaffenden, habt ein Stück Freiheit vermittelt, ein Stück vergessenes Europa, ihr habt Freude, Nachdenken, Mitdenken und Mitleiden vermittelt.“ Über diese Auszeichnung besonders erfreut war der Leiter des Amtes für Kulturstiftung, Roland Marxer. „Als Diplomat hat man sehr viel Arbeit und sehr wenig Lob“, meinte er, und „daher freue ich mich, dass mit Prinz Stefan ein Diplomat das Murmeltier erhalten hat.“

Armin Öhri, Präsident der IG Wort, mit dem Ehrenpreis "Murmeltier", der an Prinz Stefan von Liechtenstein vergeben wurde

Armin Öhri, Präsident der IG Wort, mit dem Ehrenpreis "Murmeltier", der an Prinz Stefan von Liechtenstein vergeben wurde

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