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Kritiken

„Dirty Harry“ & „Klementine“ oder die Machtspielchen auf dem Rücken der Kunst
Der designierte "Kunst im Funkhaus"-Kurator Harald Gfader und sein Förderer ORF-Landesdirektor Markus Klement. Soll ein nettes Lächeln über hinterfragenswerte Umgangsformen hinwegtäuschen?  (Foto: ORF)
Aktuell
06.12.2016 Karlheinz Pichler

Mit der österreichischen Bundespräsidentenwahl stand in der vergangenen Woche ein polarisierendes Großereignis im Blickfeld der Öffentlichkeit, das weit über die österreichischen Grenzen hinaus für Aufmerksamkeit sorgte. Mit der willkürlichen Absetzung von Carina Jielg als Kuratorin von „Kunst im Funkhaus“ durch ORF-Landesdirektor Markus Klement erregte in Vorarlbergs Kulturszene zudem ein weiteres polarisierendes Ereignis die Gemüter, das zwar nur einen Bruchteil der Breitenwirkung vom Match Hofer gegen Van der Bellen hatte, aber immerhin zumindest über die Vorarlberger Landesgrenzen hinaus strahlte. Wenn man sieht, wie hier in einem kleinen lokalen Umfeld persönliche Interessen ohne jegliche Rücksicht auf fachliche und auch moralische Schranken einfach durchgeboxt werden, muss man sich nicht wundern, dass die Welt im Großen nicht funktionieren kann. Eine nähere Beleuchtung der Vorgänge rund um die Absetzung der ORF-Kuratorin und der Zeit davor, ergibt ein befremdliches Stimmungsbild der heimischen Kunstszene.

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Agnes Obel: Citizen Of Glass
CD-Tipp
06.12.2016 Peter Füssl

In ihrem dritten Album macht die in Berlin lebende Dänin Agnes Obel den „gläsernen Menschen“ zum Thema – vom Staat durchleuchtet, von Verkaufsstrategen ausgeforscht, sich in sozialen Netzwerken freiwillig selbstentblößend. Auch der Künstler, der immer vor der Entscheidung steht, wie viel er von sich selbst preisgeben will, macht sich gläsern. Wie bei Obel üblich, sind die mit zahlreichen Anspielungen auf literarische Einflüsse gespickten Texte aber nicht so leicht zu dechiffrieren, bleiben im Mehrdeutigen, Geheimnisvollen, Zerrissenen.

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Distanz und Hingabe lagen nahe beieinander – das Symphonieorchester Vorarlberg und Gérard Korsten begeisterten, Anika Vavic enttäuschte
Das Symphonieorchester Vorarlberg und Gérard Korsten stellten im Bregenzer Festspielhaus eine Werkdeutung der vierten Symphonie von Peter I. Tschaikowsky in den Raum, die lange nachwirkt.
Musik / Konzert
05.12.2016 Silvia Thurner

Beim zweiten Abonnementkonzert führte das Symphonieorchester Vorarlberg unter der Leitung von Gerard Korsten mit Werken von Penderecki, Rachmaninoff und Tschaikowsky in die klangschwelgerische musikalische Welt Osteuropas. Im Mittelpunkt stand die international gefeierte Pianistin Anika Vavic, doch ihre Werkdeutung von Rachmaninoffs Rhapsodie op. 43 wirkte allzu routiniert. Begeisterung löste die vielschichtige Interpretation der vierten Symphonie von Tschaikowski aus, denn die Orchestermusiker und Gerard Korsten liefen zu Hochform auf und spielten „auf Teufel komm raus“.

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„Kultur am Zug“ – Neues Vermittlungsformat lässt Kulturschaffende regelmäßig einen Zugwaggon bespielen
Evelyn Fink-Mennel und Studierende des Vorarlberger Landeskonservatoriums geben mit "ADVENTure" eine Kostprobe  im Kultur im Zug-Waggon | © VLK/Alexandra Serra
Aktuell
05.12.2016 Mirjam Steinbock

Wie man mit Kultur auf Schiene kommt, künstlerisch bewegt wird und vor allem kleine Kulturinitiativen besser kennen lernt, stellt das von Nina Winkler kuratierte Vermittlungsprogramm „Kultur am Zug“ in Aussicht. Die vom ÖBB-Regionalmanagement Vorarlberg und der Landesregierung getragene Initiative wurde bei der Pressekonferenz am Montag, 5. Dezember am Bahnhof Bregenz präsentiert. Eine Hörprobe im eigens für diese Aktion gestalteten und reservierten „Kultur am Zug“-Waggon gaben Evelyn Fink-Mennel vom Vorarlberger Landeskonservatorium und Studierende der Volksmusikklasse mit „ADVENTure“. Mehr davon gibt es am Samstag, 10. Dezember, wenn der Kultur-Waggon um 14.30 Uhr in Bludenz erstmals Kurs auf Lindau nimmt.

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Gegurgelte Weihnachtslieder – Der Musiker Konrad Bönig und sein mitreißendes KinderLiederMitmachKonzert
Konrad Bönig lädt in seinem Konzert sofort zum Mitmachen ein
Musik / Konzert
05.12.2016 Mirjam Steinbock

Während beim Kinderprogramm des Bregenzer Weihnachtsmarkts animierte Märchenfiguren ihre Bewegungen zu Stimmen vom Tonband machen, lädt das Vorarlberger Landestheater zu einem Adventserlebnis, das auf Tuchfühlung, Blickkontakt und Emotionen setzt. „Süsser die Glocken nie klingen“ heißt die Reihe, die an drei Samstagen stattfindet und bei freiem Eintritt Familien dazu motiviert, näher zusammenzurücken, zuzuhören, gemeinsam zu singen und zu spielen. Den Auftakt machte Konrad Bönig, der zusammen mit dem jungen und auch älteren Publikum nach allen Regeln der Kunst die Bühne rockte.

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Kabarett in bester Wiener Tradition mit Hosea Ratschiller
Der mehrfach preisgekrönte Künstler Hosea Ratschiller
Medien
04.12.2016 Anita Grüneis

Der Abend mit Hosea Ratschiller im Schaaner TAK glich einer Offenbarung. Es war, als wären Karl Kraus und Helmut Qualtinger gemeinsam in ihm reinkarniert. Kein Wunder, dass der Künstler nächstes Jahr mit dem Salzburger Stier geehrt wird. Bereits vor vier Jahren erhielt er den österreichischen Kabarettpreis, dieses Jahr folgte der gleiche Preis für sein Programm "Der allerletzte Tag der Menschheit (Jetzt ist wirklich Schluss)“.

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Ein Fest der Opernarien im Vaduzersaal mit der Südwestphilharmonie und dem Dirigenten Karsten Januschke
Dirigent Karsten Januschke begeisterte mit seinem EInfühlungsvermögen
Musik / Konzert
02.12.2016 Anita Grüneis

Mehr als zwei Stunden lang dauerte der Ohrenschmaus mit den „schönsten Opernarien“ im Vaduzersaal. Im Rahmen der TAK Vaduzer Weltklassik Konzerte gastierte die Südwestdeutsche Philharmonie mit Stipendiaten der sic itur ad astra foundation aus Vaduz, die junge Solisten auf ihrem Weg in eine internationale Karriere begleitet.

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Sully
Clint Eastwood am Set: Der Regisseur schärft seine spezifischen Heldenporträts mit einer weiteren, schönen, konzentrierten Arbeit.
Film / Kino
01.12.2016 Gunnar Landsgesell

Als Chesley Sullenberger ein Passagierflugzeug im eisigen Wasser des Hudson River notlandete und damit allen Menschen das Leben rettete, wurde der Pilot zum Helden in den USA. Clint Eastwood rekapituliert die Ereignisse rundherum, in der Titelrolle Tom Hanks, der gehörig unter Druck gerät.

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Aktuell in den Filmclubs (2.12. - 8.12. 2016)
Mein Fleisch und Blut
Film / Kino
01.12.2016 Walter Gasperi

Das Filmforum Bregenz zeigt diese Woche den österreichischen Psychothriller "Mein Fleisch und Blut". Im Andelsbucher Gasthof Jöslar wird im Rahmen des Gaumenkinos nach einem dreigängigen Menü (Reservierung erforderlich) Maria Schraders "Vor der Morgenröte" gezeigt, den Österreich heuer für die Oscars einreichte.

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Hat Klawa auch Kirschen bekommen? - Albert Summers mikrohistorische Studie über das NS-Musterdorf Fraxern
Fraxern - vorne rechts das Dach des Gefangenenlagers
Literatur
01.12.2016 Willibald Feinig

Im Jahr 1934 ist das Dorf am Sonnenhang der Hohen Kugel abgebrannt, 34 Häuser, darunter zwei Gastwirtschaften, Sennerei, Sägerei, Schule und Pfarrhaus. Die Fraxner Feuerwehr konnte die Katastrophe nicht verhindern, es gab keine Motorspritze und keinen Wagen um sie zu transportieren.

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