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Kritiken

„Schließlich sind wir seit 36 Jahren verheiratet!“ - „Der Mensch ist verschieden. Dreiunddreißig Charaktere“ von Monika Helfer und Michael Köhlmeier
Literatur
19.03.2017 Annette Raschner

Der griechische Philosoph, Naturforscher und Aristoteles-Schüler Theophrast hat in einem kleinen Büchlein mit dem Titel „Charaktere“ dreißig kleine, aber feine Skizzen menschlicher Typen gezeichnet. Diese einzige antike Charakterlehre, die 2000 in einer neuen deutschen Übersetzung erschienen ist, ist nun von Monika Helfer und Michael Köhlmeier in dem bei Haymon erschienenen Buch „Der Mensch ist verschieden. Dreiunddreißig Charaktere“ modern interpretiert worden. Annette Raschner hat mit dem Schriftstellerehepaar, das im vergangenen Jahr mit dem österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet wurde, das folgende Gespräch geführt.

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„Fla.Co.Men“ was here! – Israel Galván eröffnete den „Bregenzer Frühling“ 2017
Israel Galván ist "Fla.Co.Men": 90 Minuten ganz persönlicher, getanzter, getrommelter, geklatschter und gesungener stream of consciousness - über seine witzig-geniale Dekonstruktion des Flamenco staunt auch Bassistin/Geigerin Eloísa Cantón
Tanz
18.03.2017 Peter Füssl

Als Israel Galván de los Reyes 1973 als Spross eines hochkarätigen Flamenco-Paares in Sevilla das Licht der Welt erblickte, ahnte wahrscheinlich niemand, dass ausgerechnet er es sein würde, der den Flamenco um die Jahrtausendwende auf eine völlig neue Schiene stellen wird. Sein Ruf als experimentierfreudiger Tänzer und Chorgeograph, ja als Revolutionär wuchs mit jeder Produktion: Von seinem Erstling „Mira Los Zapatas Rojos“ über „Metamorphosis“, einer Flamenco-Adaption von Kafkas „Verwandlung“, bis zum hochpolitischen „Lo Real“, das anhand einer Geschichte um Leni Riefensthals Umgang mit den Gitanos das Schicksal dieser Menschen unter den Nazis mit den Mitteln des Tanzes beleuchtete. Mit seinem 2014 uraufgeführten „Fla.Co.Men“ dekonstruiert Israel Galván nun den Flamenco völlig, ohne freilich wirklich von ihm loszukommen.

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Premiere von „Kunst“ im TAK - Männerfreundschaft und ihre fake news
Das „Kunst"-Trio: v.l.n.r. Matthias Rott, Thomas Beck, Fritz Hammel.
Theater
18.03.2017 Anita Grüneis

Yasmina Rezas „Kunst“ ist immer noch aktuell. Oder schon wieder. Vor über 20 Jahren wurde das Stück über drei Männer und ein Kunstwerk uraufgeführt. Im TAK ist diese Komödie nun als Eigenproduktion in der Regie von Tim Kramer zu sehen. Ein Stück über Männer in den Fünfzigern, über Männerfreundschaft oder das, was davon übrigblieb. Fritz Hammel, Thomas Beck und Matthias Rott bilden das Trio, das sich über den Kauf eines abstrakten Gemäldes in die Haare bekommt, das sich tüchtig fetzt und am Schluss doch wiederfindet.

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Die Kora und Singen bedeuten Leben – Der Griot Moussa Cissokho und seine Brüder erweiterten den musikalischen Horizont
Der Koraspieler Moussa Cissokho und seine Brüder Sadio und Sankoum Cissokho, an der Kalebasse perkussiv unterstützt vom Cousin Ibou Neye, brachten mit traditionellen Liedern der Griots afrikanisches Flair ins vorarlberg museum und heizten mit neuer Popmusik und Rap gehörig ein.
Musik / Konzert
17.03.2017 Silvia Thurner

Mitten unter uns leben zahlreiche, auch international wirkende Musiker, die eine höchst inspirierte und reichhaltige musikalische Tradition in sich tragen und nach Vorarlberg gebracht haben. Diesen inspirierenden Musikern bietet die Musikethnologin, Musikerin und Pädagogin Evelyn Fink-Mennel im Rahmen des Projektes „Migraton“ eine Plattform und holt sie vor den Vorhang. Der Koraspieler Moussa Cissokho stammt aus einer prominenten Musikerdynastie aus dem Senegal, seit 2011 lebt er in Vorarlberg. Im vorarlberg museum spielte Moussa Cissokho mit seinen beiden Brüdern Sadio und Sankoum Cissokho sowie dem Cousin Ibou Ndeye traditionelle Musik und neue Popularmusik. Beim Gesprächskonzert präsentierten Studierende des Landeskonservatorium ihre Feldforschungen über die Familie Moussa Cissokho und stellten die Kora vor. Überdies referierte Ana Sobral über „Migration und wandernde Musik“.

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Neruda
Neruda, der große chilenische Dichter, Kommunist und Politiker: in Lerrains Film ist er vor allem eine Phantasmagorie.
Film / Kino
17.03.2017 Gunnar Landsgesell

Ein Anti-Biopic will Regisseur Pablo Lerrain mit seinem Film gedreht haben. Tatsächlich orientiert sich "Neruda" nicht an den historischen Fakten über den chilenischen Dichter und Politiker, sondern imaginiert eine wilde, opulente Gestalt, die jede Grenze mühelos überschreitet.

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Das gelungene Leben: Kollektive Erinnerungen im Vorarlberger Architektur Insitut
Gesellschaft
16.03.2017 Tamara Ofner

Das vai (Vorarlberger Architektur Institut) wurde 1997 gegründet und lud seine ca. 400 Vereinsmitglieder ein, die Ausstellung für das Jubiläumsjahr 2017 mitzugestalten.

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Aktuell in den Filmclubs (17.3. - 23.3. 2017)
Personal Shopper
Film / Kino
16.03.2017 Walter Gasperi

Am Spielboden Dornbirn steht nochmals Olivier Assayas´ "Personal Shopper" auf dem Programm. Das Schlosskino Balzers zeigt Dietrich Brüggemanns konzentriertes religiöses Drama "Kreuzweg".

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„Alles über Beziehungen“ - Der neue Roman von Doris Knecht
Literatur
16.03.2017 Raffaela Rudigier

Dieser Romananfang gehört wohl zu den viel gerühmten „schönsten ersten Sätzen“: „Reiche, weiße Menschen haben auch Probleme.“ Schon mit dem ersten Satz ist in Doris Knechts neuem Roman „Alles über Beziehungen“ alles klar: Hier werden jetzt gleich First-world-Problems verhandelt. Aha. Das nimmt den Unken-Rufen doch von vorneherein ein bisschen den Wind aus den Segeln, von wegen Frau Knecht würde ja nur über Weiße-Mittelschichtler-Probleme schreiben. Denn ja, ganz genau so ist es in diesem Buch und zwar in vollem Bewusstsein und eben: Reiche, weiße Menschen haben auch Probleme. Die Probleme, die dann folgen, überraschen in ihrem vollen Umfang dann doch mehr als erwartet: hier geht es vor allem um Sex, insbesondere um pikante Seitensprünge und zwar in x-facher Ausführung. Aber der Reihe nach:

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Jan Lundgren: Potsdamer Platz
CD-Tipp
16.03.2017 Peter Füssl

Der fünfzigjährige, aus Südschweden stammende Pianist Jan Lundgren ist längst ein Fixpunkt, sowohl in der skandinavischen als auch der internationalen Jazzszene, was auf mehr als fünfzig Alben als Leader bzw. Co-Leader und auf unzähligen Produktionen als Sideman ausführlich dokumentiert ist. Sowohl seine letztes Jahr veröffentlichten, auf dem Ystad Festival mit einem Streichquartett eingespielten Volkslied-Adaptionen, als auch die beiden in mediterraner Glückseligkeit schwelgenden „Mare Nostrum“-Produktionen mit dem sardischen Trompeter Paolo Fresu und dem französischen Akkordeonisten Richard Galliano waren absolute Bestseller.

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Aki Takase / David Murray: Cherry – Sakura
CD-Tipp
14.03.2017 Peter Füssl

Die famose Zusammenarbeit der in Japan geborenen, in New York bekannt gewordenen und mittlerweile seit dreißig Jahren in Berlin ansässigen Pianistin Aki Takase mit dem seit den 1990er Jahren in Paris lebenden amerikanischen Saxophonisten und Bassklarinettisten David Murray reicht ins Jahr 1993 zurück, als die beiden ihre großartige Hommage an Thelonious Monk „Blue Monk“ veröffentlichten. Auch ihre weit weniger bekannte, 2002 im Münchner Lustspielhaus aufgenommene Live-CD „Valencia“ schlägt in dieselbe Kerbe, und auf dem nun vorliegenden Silberling findet sich mit der Monk-Komposition „Let’s Cool One“ wieder ein direkter Verweis auf den verehrten Großmeister.

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