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Kritiken

Jack DeJohnette / Ravi Coltrane / Matthew Garrison: In Movement
CD-Tipp
10.05.2016 Peter Füssl

Es gibt viele exzellente Schlagzeuger, und es gibt einige fast schon mystisch wirkende Hüter der Zeit, die sich ungeachtet aller Naturgesetze mit ihr spielen, sie nach Lust und Laune pulsieren und vibrieren oder auch dehnen können, und deren Rhythmusarbeit einen niemals versiegenden Fluss an Impulsen und Inspirationen für die Mitmusiker bereit hält. Cool brodelnd, beinhart elastisch. So einer ist der 73-jährige Jack DeJohnette, ein Urgestein des modernen Schlagzeugspiels, in dessen Lebenslauf sich mehr oder weniger alle wesentlichen Namen der letzten fünf Dekaden Jazzgeschichte finden. Zwei davon, John Coltrane und Jimmy Garrison, standen vor 50 Jahren ganz am Anfang von DeJohnettes Karriere, und so könnte man auch eine nostalgische Komponente dieses musikalischen Unternehmens vermuten, wenn sich dieser nun mit deren, ihm von frühester Kindheit an eng verbundenen Söhnen Ravi und Matthew zum Trio formiert.

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Strukturelle Analogien zur Natur - Neue Acryl-Arbeiten von Herbert Meusburger in Wien
Herbert Meusburger: "Ohne Titel". Acryl und Gips auf OSB-Platte
Ausstellung
09.05.2016 Karlheinz Pichler

Den Bizauer Künstler Herbert Meusburger, Jahrgang 1953, kennt man eigentlich seit vielen Jahren aufgrund seiner modular angelegten Steinskulpturen und Granit-Relief-Arbeiten. Weniger bekannt ist, dass er sich seit Längerem auch intensiv mit der Malerei auseinandersetzt. Einen Querschnitt neuerer Bilder zeigt er jetzt erstmals offiziell in Wien.

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Buddhismus trifft auf amerikanischen Minimalismus - Shen Wei verzaubert beim „Bregenzer Frühling“
Skurrile Fabelwesen bevölkern das magisch wirkende Stück "Folding" (© Stephanie Berger)
Tanz
08.05.2016 Peter Füssl

Der 1968 in Hunan, China geborene und seit 1995 in New York lebende Choreograph, Tänzer, Künstler und Designer Shen Wei präsentierte bei seiner Österreichpremiere im Bregenzer Festspielhaus zwei seiner wichtigsten Stücke: das 2005 uraufgeführte „Map“ und das um drei Jahre ältere „Folding“. Dabei wurde rasch klar, dass sich das Schaffen des genialen Multitalentes selbst in diesem an unorthodoxen Ideen so reichen Genre noch jenseits aller gewohnten Kategorien bewegt.

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Vielsagende Stimmen der Liebe in Schuberts Liedern – Martin Mitterrutzner und Gerold Huber gestalteten einen facettenreichen Liederabend
Der Tenor Martin Mitterrutzner und Gerold Huber am Klavier boten bei ihrem Schubertiadekonzert mit bekannten und zahlreichen weniger bekannten Schubertliedern neue Anreize und variantenreiche Hörerlebnisse. (Foto: Schubertiade)
Musik / Konzert
08.05.2016 Silvia Thurner

Der Tiroler Tenor Martin Mitterrutzner setzte den Reigen, bei dem alle von Franz Schubert komponierten Lieder aufgeführt werden, in der 25. Folge fort. Einige Lieder waren sehr frühe, selten zu hörende Werke, die mit ihrer großen Ausdruckskraft aufs Neue Staunen machten. Insgesamt überzeugten Martin Mitterrutzner und Gerold Huber mit variantenreichen Werkdeutungen und einer kurzweiligen Programmfolge.

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Anohni: Hopelessness
CD-Tipp
07.05.2016 Peter Füssl

Transgender als Lebensform war schon immer ein wichtiges Thema für den androgyn auftretenden Antony Hegarty, der sich nun Anohni nennt und endgültig als Frau definiert. Die Sängerin mit der charakteristischen Falsett-Stimme, die sich zunehmend auch in tieferen, samtweichen Lagen bewegt, sieht das als absoluten Befreiungsschlag, ohne den ihre maskuline Vorform Antony verstummt wäre. Als Dave Grohl seinen Oscar-Auftritt der Transgender-Künstlerin widmete, sorgte das weltweit für Aufsehen, denn Antony/Anohni war zwar nominiert worden, hatte aber keine Auftrittsmöglichkeit bekommen – zu wenig berechenbar, weil transgender, zu unbequem, zu wenig marktkonform.

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Aktuell in den Filmclubs (6.5. - 12.5. 2016)
Alles steht Kopf
Film / Kino
05.05.2016 Walter Gasperi

Das Filmforum Bregenz zeigt in Zusammenarbeit mit den Bregenzer Festspielen zwei Filme von Isabel Coixet. Im Lustenauer Gutshof Heidensand wiederum geht die Filmwoche mit dem fulminanten Animationsfilm „Alles steht Kopf" zu Ende.

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Gregory Porter: Take Me To The Alley
CD-Tipp
05.05.2016 Peter Füssl

Gregory Porter, der 44-jährige Zwei-Meter-Hüne aus Bakersfield/California bewegt sich mit seinem vierten Album „Take Me To The Alley“ im gewohnten Fahrwasser und geht keine großen Experimente ein. Warum sollte er auch, schließlich fand das vielgepriesene, grammydekorierte Vorgängeralbum „Liquid Spirit“ (2013) rund um den Globus eine Million Abnehmer und wurde öfter gestreamt als jedes andere Jazzalbum – nämlich 20 Millionen Mal.

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A Bigger Splash
Seltsame Urlaubsrunde: Tilda Swinton als Popstar auf Ruhesuche mit ihrem Freund Paul (Matthias Schoenaerts), aufgescheucht von ihrem Ex (Ralph Fiennes) und dessen vorgeblicher Tochter (Dakota Fenning).
Film / Kino
04.05.2016 Gunnar Landsgesell

Ein Urlaub auf einer entlegenen Insel, der sich rund um einen fast stimmlosen Popstar (Tilda Swinton) zu einer vertrackten, geradezu grotesken Gefühlsprüfung entwickelt. Regisseur Luca Guadagnino („I Am Love“) stellt erneut die Frage, was Liebe bedeutet. Mit viel Extravaganz - bis zum großen Splash.

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Was uns noch zusammenhält - Montagsforum über „unsere Werte“ mit Marianne und Reimer Gronemeyer
Marianne Gronemeyer: „Es ist etwas Schönes, gebraucht zu werden.“
Gesellschaft
04.05.2016 Willibald Feinig

Nachdenklich treten die einen aus den Schwingtüren des Dornbirner Kulturhauses; „Unsinn“ haben andere Marianne Gronemeyers Ausführungen in der Diskussion genannt: So gut wie jeder Satz der Autorin von Büchern wie „Die Macht der Bedürfnisse – Überfluss und Knappheit“ (erste Fassung 1988) und „Wer arbeitet, sündigt“ (2012), über das Scheitern der Schule (1996) und die Kunst des Aufhörens (2008) erregt Widerspruch. Nicht um des Widerspruchs willen – auf unverfrorene Herz- und Gedankenlosigkeit ist ihre Antwort Schweigen. Beim ‚Montagsforum’ am Tag nach der Präsidentenwahl steht der in Vorarlberg nicht Unbekannten der Soziologe Reimer Gronemeyer bei, ihr Mann – mit Beobachtungen aus seinen Feldforschungen im subsahelischen Afrika und in Altersheimen.

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PJ Harvey: The Hope Six Demolition Project
CD-Tipp
03.05.2016 Peter Füssl

Schon auf ihrem umjubelten, vor fünf Jahren erschienenen Album „Let England Shake“ ersetzte PJ Harvey die persönliche Nabelschau weitgehend durch kritische historische und aktuelle gesellschaftspolitische Themen von der Insel. Zwischen 2011 und 2014 erweiterte die Singersongwriterin ihren Fokus durch Reisen nach Afghanistan, den Kosovo und nach Washington D.C. – die mitgebrachten Eindrücke veröffentlichte sie letztes Jahr gemeinsam mit dem Fotografen Seamus Murphy im Fotobuch „The Hollow of the Hand“ und nun auch in elf neuen Songs auf ihrem neunten Studioalbum.

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