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05.02.2015 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (6.2. - 12.2. 2015)

Im Alten Kino in Rankweil läuft in den Semesterferien der hinreißende Familienfilm "Paddington", während am Spielboden Dornbirn als Ergänzung zur Austellung "Jukebox.Jewkbox!" in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Stephen Frears "High Fidelity" gezeigt wird.

Paddington: Ein kleiner Bär aus dem „dunkelsten Peru“ kommt in der Verfilmung von Michael Bonds 1958 erschienenem Kinderbuch „Unser kleiner Bär“ nach London und bittet um Aufnahme.
Paul King legt schon bei der Vorgeschichte Einfallsreichtum an den Tag, wenn er in auf alt getrimmten verwackelten Schwarzweißbildern von der Begegnung eines britischen Forschers mit ebenso zutraulichen wie lernfähigen Bären erzählt.
Mit einem Schnitt und dem Insert „Viele Jahre später“ springt King von dieser Ausgangssituation in den farbenprächtigen peruanischen Dschungel, wo die Bären immer noch den alten Plattenspieler, den der Forscher damals zurückgelassen hat, verwenden, die menschliche Sprache sprechen und ein Bär noch den roten Hut trägt, den der Forscher damals zurückgelassen hat. Ein Erdbeben zwingt Paddington aber seine Heimat zu verlassen und er reist nach London, ins Land des Forschers. Dort wird er zwar von einer Familie aufgenommen, aber auch von einer Tierpräparatorin gejagt.
Herrliche Slapstickszenen wechseln mit spannenden Momenten, bei denen King souverän das Ende immer wieder hinauszögert und lustvoll mit Mustern des Actionfilms à la „Mission Impossible“ spielt. Für beste Familienunterhaltung sorgen aber auch die treffend besetzten Figuren, zu denen auch eine herrlich fiese Nicole Kidman zählt.
Gleichzeitig plädiert „Paddington“ aber auch durchaus aktuell, aber nie mit erhobenem Zeigefinger für Akzeptanz und Aufnahme Schutzbedürftiger Andersartiger und Fremder, erteilt auch der Tierjagd eine Absage, propagiert Artenschutz und zeigt, wie gerade der Fremde nicht nur Schutz findet, sondern der Familie auch viel bringt.
Altes Kino Rankweil: Do 12.2., 16 Uhr

High Fidelity: Keine wiederkehrenden Themen, kein typischer Stil kennzeichnen das Werk von Stephen Frears. Jeder seiner Filme schaut anders aus, immer probiert der Engländer etwas Neues. Erfolgreich war er dabei bei kleinen englischen Filmen ("The Van", "The Snapper"), einen Welterfolg landete er mit dem Historiendrama "Gefährliche Liebschaften" und eher gescheitert ist er mit dem Western "The Hi-Lo Country". Einen Erfolg landete er aber wieder 2000 mit der Verfilmung von Nick Hornbys Bestseller "High Fidelity".
Rob (John Cusack), Mittdreißiger und Besitzer eines Schallplattenladens, wird von seiner Freundin Laura verlassen. Ihm geht´s ziemlich schlecht und er erinnert sich an die Top Five - alles wird bei ihm in Listen eingeteilt - seiner gescheiterten Beziehungen. Auch die Beziehung zu Laura arbeitet er nochmals auf. Frauen und Musik - der wunderbare Plattenladen ist ein Haupthandlungsort  - das sind die Themen von "High Fidelity".
Gelingen konnte diese Romanverfilmung nur durch die Verwendung einer ebenso einfachen wie genialen Erzählstruktur: Rob tritt als Ich-Erzähler auf, wendet sich direkt an die Zuschauer und spricht in die Kamera. So kann die Handlung spielerisch leicht geordnet werden, Rückblenden eingebaut werden oder Bruce Springsteen als Traumfigur auftreten.
In manchem erinnert dieser Rob natürlich an Woody Allen und wie dessen Werke so lebt auch "High Fidelity" wesentlich von den brillanten Dialogen. Doch auch die hinreißenden Typen und die hervorragende Besetzung machen diese sehr liebevolle und menschliche Komödie zu einem intelligenten Vergnügen.
Spielboden Dornbirn: Do 12.2., 19.30 Uhr

Paddington

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High Fidelity

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