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25.05.2017 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (26.5. - 1.6. 2017)

Im Takino Schaan taut in dieser Woche in der schwedischen Tragikomödie „Ein Mann namens Ove“ ein Rentner langsam auf. Der FKC Dornbirn lässt dagegen die Zuschauer mit Monja Arts preisgekröntem Spielfilmdebüt „Siebzehn“ in die Sehnsüchte und Liebeswirren von Teenagern eintauchen.

Ein Mann namens Ove: Der Endfünfziger Ove (Rolf Lassgård) ist ein Griesgram und Pedant. Ständig kontrolliert er die Regeln, die er selbst für die Reihenhaussiedlung aufgestellt hat. Abweisend verhält er sich auch gegenüber einer hochschwangeren Perserin, die mit zwei Kindern in der Nachbarschaft einzieht. Auf Dauer kann der Frühpensionist, den das tragische Ende einer großen Liebesgeschichte verbittern ließ, sich aber deren Freundlichkeit nicht entziehen und taut langsam auf.
Alles andere als neu ist die Geschichte, die Hannes Holm erzählt. Aber wie der Schwede die Balance zwischen Komödie und Drama wahrt, wie er ein Geheimnis schon früh andeutet, aber erst am Ende lüftet und wie er die Handlung mit genauem Blick auf die Figuren in dieser Wohnsiedlung verankert und am Rande auch mit den Behörden abrechnet, das lässt doch Gefallen an der Wandlung Oves finden.
Zu verdanken ist das freilich auch dem durch seine Verkörperung von Henning Mankells Kommissar Wallander bekannten Rolf Lassgård, der diesen pedantischen Ove wunderbar stoisch spielt. Aber auch schwedische Eigenheiten und Skurrilitäten wie ein Streit um die nationalen Automarken Saab und Volvo, die freilich immer noch besser sind als BMW, Audi oder Renault, oder ein junger Migrant, den Ove schließlich ebenso wie zuvor schon eine Katze mehr oder weniger gezwungen bei sich aufnimmt, sorgen dafür, dass «Ein Mann namens Ove» eigenen Charme entwickelt.
Takino Schaan: Fr 26.5., 14.30 Uhr


Siebzehn:
Die 1984 in Wiener Neustadt geborene Monja Art erzählt in ihrem schon mit dem Max Ophüls-Preis ausgezeichneten Spielfilmdebüt frisch, natürlich und einfühlsam vom Coming-of-Age einiger österreichischer SchülerInnen. Ganz auf Augenhöhe und nah dran an ihren jugendlichen Protagonisten ist Art dabei und verankert die Handlung auch stimmig in der frühsommerlichen niederösterreichischen Provinz.
Im Zentrum steht zwar die von Elisabeth Wabitsch großartig gespielte Paula, die sich zu Charlotte hingezogen fühlt, doch Art entspannt ein breites Netz an Beziehungen und Sehnsüchten, stellt der Lust auf schnellen Sex, das Verlangen nach echter Liebe gegenüber.
Mit dynamischer Kamera folgt die Regisseurin immer wieder den Protagonisten, lässt den Zuschauer mit flotter zupackender Erzählweise in die Gefühlswelt der Jugendlichen eintauchen, vermittelt einfühlsam deren schwankende Gefühle, lässt daneben den Protagonisten und den Szenen aber auch in langen Einstellungen Zeit.
Unterstützt von einem jugendgemäßen Soundtrack, unter anderem mit Songs von Wanda, Bilderbuch und Clara Luzia, und getragen von einem ungemein natürlich agierenden Ensemble gelang Art, die ganz auf diese Jugendlichen und ihre Liebessorgen fokussiert, so ein frisches, von tiefer Empathie durchzogenes und durch seine Authentizität bewegendes Porträt einer Generation.
FKC Dornbirn im Cinema Dornbirn: Mi 31.5., 18 Uhr + Do 1.6., 19.30 Uhr

 

Siebzehn

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Ein Mann namens Ove

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