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11.01.2018 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (12.1. - 18.1. 2018)

Das TaSKino Feldkirch zeigt diese Woche die Lebensfreude versprühende Tragikomödie „Patients – Lieber leben“. Beim TaKino Schaan steht im Rahmen der „Zauberlaterne“ mit Charlie Chaplins „City Lights“ ein Klassiker der Filmgeschichte auf dem Programm.

Patients – Lieber leben: Der Hip-Hop-Musiker Grand Corps Malade erzählt nach seinem autobiographischen Buch zusammen mit Mehdi Idir von seiner einjährigen Rehabilitation nach einem Sportunfall. Liegt der junge Ben zunächst völlig bewegungsunfähig und gänzlich von seinen Pflegern abhängig in seinem Krankenbett, so kann er nach etwa 25 Filmminuten erstmals mit Hilfe eines Rollstuhls sein Zimmer verlassen und findet in der Reha-Klinik langsam Freunde.
Das Klinik wird der Film erst ganz am Ende verlassen und der Fokus liegt ganz auf den Patienten, doch nie verfallen Grand Corps Malade und Mehdi Idir in Wehleidigkeit oder Sentimentalität, sondern versprühen Lebensfreude und Hoffnung, auch wenn Tiefschläge nicht ausgespart werden.
So leicht „Patients“ über weite Strecken aber daher kommt, so bewegend und echt ist er in diesen Momenten und im Blick auf die Ängste vor der Entlassung aus dem Krankenhaus und dem Schritt in eine Welt, in der man wieder selbstständig agieren muss. Fließend sind diese Übergänge und in jeder Szene spürt man die Empathie und das Mitgefühl des Regieduos für seine Protagonisten, die von einem wunderbar natürlich und frisch agierenden jungen Ensemble gespielt werden.
TaSKino Feldkirch im Kino Rio: Fr 12.1., 22 Uhr; Sa 13.1., 22 Uhr; Mo 15.1., 18 Uhr; Di 16.1., 20.30 Uhr


City Lights – Lichter der Großstadt:
Der Tonfilm war 1931 schon erfunden, doch Charlie Chaplin verzichtete trotzdem auf das gesprochene Wort, vertraute auf die Bildsprache und lässt wie als Hohn auf die neue Erfindung Redner nur unverständliche Laute von sich geben und den Tramp nur durch eine verschluckte Pfeife „sprechen“. Die Reduktion ermöglicht die Konzentration auf die Bilder, ihren Rhythmus und die Poesie, die hier durch nichts gestört wird.
Am Rand der Gesellschaft steht der Tramp, der in einem betrunkenen Millionär, den er vor dem Selbstmord bewahrt, einen Gönner zu finden scheint. Doch kaum ist der Gerettete wieder nüchtern, will er nichts mehr mit seinem Retter zu tun haben. Das Auf und Ab dieser Beziehung – Bert Brecht verarbeitete dieses Motiv später in „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ - sorgt nicht nur aufgrund Chaplins genauem Blick für hinreißende Szenen, sondern bietet dem Stummfilmstar auch die Möglichkeit scharfe Sozialkritik zu üben.
Gleichzeitig bleibt sein Film aber bei aller sozialen Verankerung immer auch ein warmherziges Märchen. Denn Gegenpol zur Herzlosigkeit des Millionärs ist die grenzenlose Liebe des Tramps zu einem blinden Blumenmädchen, das im Tramp wiederum einen reichen Mann sieht.
Schier grenzenlos ist „City Lights“ in seiner Sentimentalität, schier grenzenlos aber auch in seiner Schönheit, in der Präzision einzelner Szenen und seiner emotionalen Kraft. – Auch nach über 80 Jahren strahlt dieses Meisterwerk daher und ist so frisch und bewegend wie eh und je.
„Zauberlaterne“ im Takino Schaan: Mi 17.1., 14.30 Uhr

Patients – Lieber leben

Patients – Lieber leben

City Lights – Lichter der Großstadt

City Lights – Lichter der Großstadt

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