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13.01.2015 |  Peter Füssl

Wesseltoft Schwarz Berglund: Trialogue

Seinem vielseitigen Oeuvre fügt der norwegische Elektro-Jazz-Pionier und einflussreiche Produzent Bugge Wesseltoft, der zuletzt mit seinem ambitionierten elektronikfreien Ethno-Projekt „OK World“ verblüffte, nun ein weiteres Schmuckstück hinzu.

Zum „Trialogue“ holt er sich mit dem aus der House-Szene stammenden Berliner Computer-Freak Henrik Schwarz seinen alten Duo-Partner, ganz neue Klanghorizonte eröffnet aber der außergewöhnliche schwedische Bassist Dan Berglund, der nach dem tragischen Ende des Esbjörn Svensson Trios mit seinem explosiven, zwischen Prog-Rock und freier Improvisation angesiedelten Projekt Tonbruket einiges Aufsehen erregte. Irgendwo im Spannungsfeld zwischen kammermusikalischem Jazz und hypnotisch groovendem oder sphärisch schimmerndem Ambient durchmessen die drei einfallsreichen und innovativen Könner nun weite Klangräume. Elegische, mollverzauberte Klavier-Passagen werden mit stets dezenten, aber wirkungsvollen Soundcollagen und Geräuschen aus Synthesizer und Apple kombiniert, der gestrichen und gezupfte Kontrabass versorgt die oftmals schwebenden Sounds in reizvollem Kontrast mit einer perfekt passenden Erdung. Es gibt zwar durchaus Zupackendes wie die „Headbanger Polka“, „Trialogue“ ist aber weitestgehend ein stimmungsvolles und entspanntes Album, der ideale Soundtrack für einen – vielleicht auch nur imaginären – Blick aus dem Fenster in eine von Nebelfetzen durchzogene ruhige Winterlandschaft. Auch Ludovico Einaudi-Fans sollten vielleicht mal ein Ohr risikieren.
(Jazzland Recordings/Universal)

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