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22.09.2018 |  Peter Füssl

NES: Ahlam

Der Name des Trios „NES“ leitet sich vom Spitznamen der in einer algerischen Familie in Frankreich aufgewachsenen Nesrine Belmokh ab, die als Vokalistin naturgemäß im Epizentrum des vielfältigen musikalischen Geschehens steht. Genregrenzen interessierten die auch als exzellente, klassisch ausgebildete Cellistin erfolgreiche Musikerin noch nie. So übernahm sie in der Cirque du Soleil-Produktion „Amaluna“ eine Hauptrolle, tourte in Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra und spielte unter Lorin Maazel im Opernorchester von Valencia.

Im quirligen Viertel Russafa dieser Mittelmeermetropole, einem Schmelztiegel der Kulturen, traf Belmokh den einheimischen, Flamenco-erprobten Perkussionisten David Gadea und den vielseitigen französischen Cellisten und Komponisten Matthieu Saglio. Die zehn Titel ihres Debütalbums stammen alle aus den Federn von Saglio und Belmokh und bewegen sich stilistisch zwischen arabischer Musik, Jazz, Chanson und Pop. Die Sängerin zeichnet für die auf Englisch, Französisch und Arabisch gesungenen, durchaus anspruchsvollen Texte verantwortlich und verleiht ihnen mit ihrem gepflegten und enorm ausdrucksstarken Alt eine wunderbare Tiefe. Sie versteht es, ebenso in orientalischen Melismen zu schwelgen, wie jazzige Töne anzuschlagen oder Chanson-Stimmung zu verbreiten. Matthieu Saglio unterstützt die Aussagen der Lieder mit einer breiten Palette an Cello-Sounds, David Gadeas Perkussion – ob sanft oder zupackend – ist stets durch große Sensibilität und Farbenreichtum geprägt. „Music is my exorcism“ lautet eine Textzeile, und in der Tat laden die weitgehend rein akustisch generierten, stimmungsvollen Sounds zum Entspannen und Träumen ein. Im Titelstück „Ahlam“, was übersetzt „Traum“ bedeutet, geht es im Kleinen um die Erfüllung der Sehnsucht nach der großen Liebe und im Großen um den Wunsch nach Frieden. Nesrine Belmokhs Stimme verfügt über eine hypnotische Anziehungskraft, der man sich nicht entziehen will. Besonders emotional wird es naturgemäß, wenn sie mit sich selber im Duett singt. (ACT)   

Konzert-Tipp: Um dieses neue Trio zu genießen, bieten sich aus unserer Sicht Jazz & The City Salzburg (18./19.10.), Feierwerk München (22.10.) oder Sargfabrik Wien (23.10.) an. 

(Saddle Creek)

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