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04.09.2014 |  Peter Füssl

Stefano Bollani: Joy In Spite Of Everything

„Wir gingen ins Studio, ohne dass wir uns alle schon mal getroffen hätten. Aber das ist genau das, was ich am Jazz liebe: Einfach mal hingehen und schauen, was passiert.“ Okay, ganz so wagemutig, wie es klingt, war es auch wieder nicht. Denn mit dem dänischen Rhythmus-Gespann Jesper Bodilsen am Kontrabass und Morten Lund an den Drums ist der einstmals von Enrico Rava ins internationale Jazz-Bewusstsein eingebrachte italienische Pianist Stefano Bollani schon im Trio-Format hervorragend eingespielt, und mit den beiden amerikanischen Cracks, Gitarrist Bill Frisell und Tenorsaxophonist Mark Turner, kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Vielmehr hat Bollani auf „Joy In Spite Of Everything“ alles richtig gemacht, weil seine neun Eigenkompositionen sowohl als wunderbares Material für exzellentes Ensemblespiel taugen, als auch als tolle Startrampen für expressive Soli. Besonderes Vergnügen bereiten vor allem auch die prickelnden und einfallsreichen Dialoge des Pianisten mit den beiden Gästen. Calypso-Artiges zum Auftakt, stimmungsvolle Balladen, sowie erfrischende Uptempo-Nummern mit Ecken und Kanten versehen und mit überraschenden Wendungen gespickt – Bollani zieht alle Register. Dieses in den New Yorker Avatar Studios aufgenommene und von Manfred Eicher produzierte Album wird Stefano Bollani – bereits 2007 Europas Jazzmusiker des Jahres – endlich auch die längst verdiente Anerkennung jenseits des großen Teiches einbringen, zumal die Mitwirkung von Frisell und Turner zusätzliches Interesse auf diese exzellente Produktion lenken wird. „Joy In Spite Of What?“ muss man sich da wohl eher fragen.
(ECM/www.lotusrecords.at)

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