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27.12.2014 |  Peter Füssl

Robin Williamson: Trusting In The Rising Light

Ende der 60er Jahre sorgten die drei jungen Schotten der Incredible String Band mit ihrem wilden Stil-Mix, ihren außergewöhnlichen Soundexperimenten und oftmals verworrenen Texten für einige Aufregung in der damals jungen britischen Folk-Bewegung und wurden zu einem der Hypes der frühen Flower-Power-Generation. Einer der drei Protagonisten war Robin Williamson, mittlerweile 71 Jahre alt.

Sein viertes Album bei ECM lässt mitunter durchaus Erinnerungen an den psychedelischen Progressive-Folk jener Tage wach werden, insgesamt hat der Multiinstrumentalist (Keltische Harfe, Gitarre, Hardangerfiedel, Whistles) sein musikalisches Spektrum aber sogar noch erweitert: zu Folk und indischen Ethno-Einflüssen kommen Elemente aus der Renaissance-Musik, Jazziges und freie Improvisationen bis ins Geräuschhafte hinein. Williamson liebt das Experiment noch immer und hat sich jenseits des Mainstreams die entsprechenden Partner geholt. Wie perfekt er mit dem vielseitigen und wendigen Viola-Spieler Mat Maneri harmoniert, weiß man von früheren Produktionen her, aber die kreativen Ausbrüche von Ches Smith an Drums, Perkussion und Vibraphon eröffnen dem Schotten nochmals völlig neue Klangräume. Auch auf der textlichen Ebene betritt Robin Williamson Neuland. Verließ er sich früher auf Texte von Dylan Thomas, Walt Whitman, William Blake oder Ralph Waldo Emerson, so hat er nun alles selber geschrieben. Die Themen der Lyrics bewegen sich zwar durchaus im üblichen Rahmen, aber die Intensität und der Abwechslungsreichtum des Gesangs sowie die unorthodoxen Präsentationsformen bis hin zu Spoken Word-Performances lassen „Trusting In The Rising Light“ zu einem echten Kleinod für alle jene werden, die das Besondere suchen. (ECM/www.lotusrecords.at)

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