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16.09.2014 |  Peter Füssl

Rigmor Gustafsson: When You Make Me Smile

„I Will Wait For You“, „Close To You“, „On My Way To You“, „Alone With You“, „Calling You“ – und nun „When You Make Me Smile“: Es ist kein Zufall, dass in allen Alben Rigmor Gustafssons das Wort „You“ vorkommt, denn die schwedische Vokalistin will ihr Publikum mit ihrer Natürlichkeit und ihrer ausdrucksstarken Stimme direkt ansprechen, begeistern und verzaubern. Mitunter hat sie schon ausgefallene Konstellationen ausprobiert, etwa mit dem radio.string.quartet.vienna, oder Konzeptalben als Hommagen an Michel Legrand oder Dionne Warwick aufgenommen. Dieses Mal kommt sie aber ganz klassisch daher und gibt sich voll ihrem Faible für großorchestralen Jazz hin.

12 Eigenkompositionen und den von Marvin Hamlisch geschriebenen und Carly Simon gesungenen 70er-Jahre-„James Bond“-Klassiker „Nobody Does It Better“ hat sie mit ihrer „working band“, einigen Gastmusikern und der beinahe 30-köpfigen Dalasinfoniettan aufgenommen, einem der stilistisch wandlungsfähigsten, sinfonischen Klangkörper Schwedens. Hemmungslos schwelgt sie im 50er-Jahre-Schmelz, lässt sich von Streichern umschmeicheln, und bewegt sich irgendwo im romantischen Wunderland aus Swing-Schnulzen, Burt Bacharach-Melodienseligkeit, luftigem Bossa-Swing und rührenden Balladen. Da finden selbst ein schräger Neo-Blues wie das von der Stimmung her an Tom Waits erinnernde „Woke Up On Sunday (In Saturday’s Shoes“) oder ein Duett mit Eagel-Eye Cherry einen stimmigen Platz. Vor 30 Jahren hätte man diese Platte zur Gänze auf Ö3 „Musik zum Träumen“ spielen können, man darf gespannt sein, in welches Programmschema dieses Retro-Prachtstück heutzutage noch passt.
(ACT)

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