Benutzerspezifische Werkzeuge

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

12.02.2014 |  Peter Füssl

Malia/Boris Blank: Convergence

Mit ihrer vor zwei Jahren erschienenen Hommage an Nina Simone „Black Orchid“ hat sich die aus Malawi stammende und in London aufgewachsene Sängerin in die erste Liga der Jazz-Sängerinnen katapultiert. Mit „Convergence“ geht sie nun einen gewaltigen Schritt in Richtung Electro-Szene, denn das Album wird musikalisch völlig vom Schweizer Yello-Mastermind Boris Blank dominiert.

Mit seinen gleichermaßen einfallsreichen wie leicht ins Ohr gehenden elektronischen Sounds schafft er einen wunderbaren Kontrast zur organischen, unglaublich ausdrucksstarken, rauchig-rauen, manchmal erotisch und dann wieder irgendwie zerbrechlich wirkenden Stimme Malias. „Ich muss etwas in Mark und Bein fühlen, um es mit dem Herzen zu hören. Seine Produktion umschmeichelt mich mit Klang, er kreiert Stimmungen, leitet mich, wie ein Regisseur es in einem Film tun würde und gibt mir ein Gefühl der Sicherheit und Weite,“ ist die Sängerin voll des Lobes für den Soundtüftler. Die elf intensiven Songs – der sehr eigenwillig interpretierte Klassiker „Fever“ ist das einzige Cover des Albums –, deren musikalische Wurzeln aber auch in Soul, Gospel, Blues und afrikanischer Musik liegen, haben Tiefe und Leidenschaft. Nicht zuletzt auch, weil Malia während der Produktion schwer an Brustkrebs erkrankte und in dieser Zeit voller Tragik und Dramatik gierig nach dem Leben griff und sich in die Musik stürzte, die ihr immer Kraft gegeben habe. Ein unter die Haut gehendes Album ist dabei herausgekommen.
(EmArcy/Universal)

Artikelaktionen
Newsletter
Erhalten Sie die neuesten Kritiken per E-Mail
(Required)
Bilder
  • Malia.jpg