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24.03.2015 |  Peter Füssl

Jakob Bro: Gefion

Außerhalb Dänemarks ist der 36-jährige Gitarrist Jakob Bro als Bandmitglied von Paul Motian oder Tomasz Stanko bekannt geworden, manchen vielleicht durch sein eigenes, auch als Dokufilm verewigtes CD-Projekt „Balladeering“ mit Motian und Bill Frisell. An Letzteren erinnert – freilich nur von der Stimmung und den Klangfarben her, aber ohne Americana-Einsprengsel – Jakob Bros Debut-Album bei ECM, das ihm einen ordentlichen Popularitätsschub bescheren dürfte.

Einmal, weil er es hervorragend versteht, mit seinen atmosphärisch dichten, melodisch verzaubernden Klangbildern ein poetisches Kopfkino in den Zuhörern hervorzurufen. Vor allem aber auch, weil er fern jeglicher Egozentrik seinen kongenialen Trio-Partnern jeglichen Raum zur Entfaltung lässt. Der unglaublich erfahrene Jon Christensen nutzt dies auf seine unvergleichliche Art, Akzente zu setzen und auf dezente Weise kreative Spannung zu machen. Thomas Morgan, Bro nennt den Amerikaner seinen „Seelenverwandten in der Musik“, reibt sich mit dem Kontrabass an den Gitarrenlinien oder schmiegt sich an sie an und ist oftmals derjenige, der die Dinge vorantreibt. Seit drei Jahren touren die Ausnahmekönner ausgiebig und haben ein unglaubliches Sensorium füreinander entwickelt, ohne jemals in Routine zu erstarren. Starproduzent Manfred Eicher hat dem Album ebenfalls seinen unverkennbaren Stempel aufgedrückt und Gefion, die altnordische Beschützerin der Jungfrauen und Göttin des Glücks, dürfte auch ihr segnendes Händchen im gehörgefälligen Spiel gehabt haben.

(ECM/www.lotusrecords.at)

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