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05.01.2016 |  Peter Füssl

Grimes: Art Angels

Die experimentierfreudige 27-jährige Kanadierin Claire Boucher zählt als Kunstfigur Grimes spätestens seit ihrem vor drei Jahren erschienenen Album „Visions“ zu den vom internationalen Musikfeuilleton gehätschelten Lichtgestalten im Electro-Indie-Business. Mit dem eben erschienen Nachfolger „Art Angels“ – die 14 Songs wurden von Grimes im Alleingang eingespielt und produziert - geht das wandelnde Gesamtkunstwerk nun einen entscheidenden Schritt weiter in Richtung Pop.

Das soll allerdings keineswegs heißen, dass „Art Angels“ nicht mit einer Menge kleiner Überraschungen gespickt wäre. Mal ganz abgesehen davon, dass die mit elektronischen Tanzbeats unterlegte, eigenartig hochgepitchte Stimme, dramatische Schreiattacken mit der auf Taiwanesisch rappenden Aristophanes, sich in Electronoise auflösende pseudoklassische Streicherpassagen ohnehin nicht unbedingt im Verdacht stehen, mainstreamtauglich zu sein. Aber es gibt noch genügend Eingängiges, das die Tanzböden der Welt erobern wird –„California“, „Kill V. Maim“, „Realiti“, „Butterfly“ oder „Venus Fly“, ein eigenartiges Duett mit Janelle Monáe. Grimes hat sich noch nie um stilistische Einordnungen oder um Geschmacksgrenzen gekümmert, und wie jede zur Stilikone taugliche Kunstfigur umgibt sie sich mit einem Nimbus des letztlich Undurchschaubaren. So wirft sie auch mit „Art Angels“ mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. Besser polarisieren, als langweilen. Ja, genau!

(4AD/Beggars)

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