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09.08.2016 |  Peter Füssl

Big Thief: Masterpiece

Zuerst gibt es verrauschten Gesang und akustisches Gitarrengeklimper, den vierzig Jahre zurückliegenden Selbstversuchen mit dem ersten, mit integriertem Mikrophon bestückten Kassettenrecorder nicht ganz unähnlich. Ein unorthodoxer Auftakt für das zwar nicht eben bescheiden, aber zurecht mit „Masterpiece“ betitelte Debütalbum des New Yorker Quartetts Big Thief beim legendären Indie-Label Saddle Creek aus Omaha, Nebraska.

Zentrale Figur der Band ist die junge Singer-Songwriterin Adrianne Lenker, deren eigenartig kraftvoll wie zerbrechlich wirkende, emotional unter die Haut gehende Stimme sofort gefangen nimmt. Egal ob Gitarrist Buck Meek, Bassist Max Oleartchik und Drummer James Krivchenia ruhig dahinfließende, intime Balladenatmosphäre oder energetisch aufgeladenen, mitunter auch aufgekratzten oder mit Störgeräuschen durchsetzten Indie-Country-Rock herzaubern, stets gelingt es ihnen, die Qualitäten von Adrienne Lenkers Stimme ins perfekte Licht zu rücken. Im höchst abwechslungsreichen und äußerst dramatisch inszenierten Stück „Real Love“ kommen gleich alle der genannten Vorzüge der Band zum Tragen – inklusive infernalischer Gitarrenattacke. „Das sind einige der unwiderstehlichsten Songs, die ich seit Langem gehört habe. Treibende Songs, die dich auf eine wirkliche Reise mitnehmen, voller intelligenter Geschichten und Melodien, die reich an Wendungen sind. Und live sind sie ein Höllenspaß!“ zeigt sich ihre Nachbarin in Brooklyn, die renommierte Singer-Songwriterin Sharon Van Etten, begeistert. Ja, live würde man Adrianne Lenker & Co auch gerne einmal erleben – vielleicht finden sie ja nach ihrer ausgedehnten US-Tournee den Weg über den Atlantik.

(Saddle Creek)

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