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30.03.2015 |  Anita Grüneis

Liechtenstein hat eine neue Schatzkammer

Im ehemaligen Tourismusbüro mitten im Städtle Vaduz wurde ein neues Museum eröffnet, das mit seiner Kleinheit das Land sehr gut repräsentiert. „Es ist ein Museum, das sich durch Qualität auszeichnet, leicht zugänglich und begreifbar ist “, meinte denn auch Kulturministerin Aurelia Frick bei der Eröffnung.

Symbole für Liechtenstein


Drei Höhepunkte - von insgesamt 150 Kostbarkeiten - zeichnen die neue Schatzkammer aus: der Herzogshut, auch „Fürstenhaube“ genannt, das weltbekannte „Apfelblütenei“ von Fabergé und echtes Mondgestein von den Flügen der Apollo 11 und der Apollo 17. Laut Aurelia Frick kennzeichnen genau diese drei Bijous die Kultur von Liechtenstein. Der Herzogshut sei ein Symbol für die liechtensteinische Politik und die Verbundenheit mit dem Fürstenhaus. Das Fabergé-Ei aus der Ostereiersammlung von Adulf Peter Goop stehe für die Privatinitiative eines Einzelnen und das Mondgestein mit den Liechtensteiner Fahnen kennzeichne den Wirtschaftsstandort. Immerhin trug auch die damalige Balzers AG zur bemannten Mondfahrt bei.

Ein Kleinod wie zu Kaiserzeiten


Johann Kräftner, Direktor der Fürstlichen Sammlungen Vaduz und Wien, sprach von einer echten Schatzkammer wie in früheren Kaiserzeiten, wo Vielfältiges und Verrücktes gesammelt wurde. So erwähnte er Zar Peter den Großen, der menschliche und tierische Abnormitäten wie Embryonen, siamesische Zwillinge sowie ein doppelköpfiges Kalb in Spiritus aufbewahrte. Oder die vielen gesammelten Rüstungen, wobei in der neuen Schatzkammer in Vaduz ein Handschuh von Kaiser Maximilian II aus dem Jahr 1571 zu bestaunen ist. Der Handschuh ist aus blankem Stahl, hat vergoldete Nieten und einen mehrfach geschobenen Hand- und Fingerschutz.

Auch weitere Kostbarkeiten aus der Fürstlichen Waffensammlung sind in dieser Vaduzer Schatzkammer zu besichtigen: Elfenbeinschnitzereien, Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, Gouachen von Johann Ludwig Bleuler aus dem Jahr 1820 oder der Originalentwurf der 2-Heller Marke von Koloman Moser mit dem Portrait von Fürst Johann II von Liechtenstein aus dem Jahr 1912.

Eine Gruft mit Kostbarkeiten


Der langgezogene dunkle Raum hat etwas Geheimnisvolles. Er erinnert (auch vom Geruch her) an eine Gruft, in der Wertvolles zu entdecken ist. Leider sind die präsentierten Edelsteine nicht immer echt. So ist der wuchtige Herzogshut, der eigentlich aus Gold ist, 30 große und 99 kleine Diamanten und 16 Rubine aufweist, nur eine Replik. Echt ist hingegen der unglaubliche Sammelschatz von Adulf Peter Goop (gestorben 2011), der vor allem wertvolle russische Ostereier in aller Vielfalt und Feinheit sammelte und diese Kunstwerke dem Land vermachte. Darunter sind die sogenannten Zaren- und Zarinnen-Eier, die das Herrscherpaar jedes Jahr in einer sehr limitierten Auflage herstellen ließ, um sie an Ostern wichtigen Persönlichkeiten zu schenken. Daneben wirkt das Mondgestein mit den Liechtenstein Fahnen recht unscheinbar, auch wenn beide auf dem Mond gewesen sind.

Klein und fein


Diese neue Schatzkammer ist mit seiner Kleinheit und seinen nahezu homöopathischen Kunst-Portionen perfekt für die vielen Tagestouristen, die sich in Vaduz tummeln. Aber auch für Kunstinteressierte empfehlen sich mehrmalige Stippvisiten, nicht nur weil die Ostereier auch nach Ostern noch zu bewundern sind.

Weitere Informationen unter Schatzkammer Liechtenstein und www.landesmuseum.li

Es „kunstelt“ in Vaduz und der Region


Die Kunstmeile Vaduz wird am 23. Mai mit der Eröffnung des „Weissen Würfels“ fortgesetzt, in der die international bekannte Sammlung der Hilti Art Foundation mit exzellenten Kunstwerken vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Bereits am 9. Mai wird die größte Skulpturenausstellung Europas eröffnet, die Bad RagARTz. Rund 2‘200 Tonnen Kunst können bis zum Herbst in Vaduz und Bad Ragaz (CH) entdeckt werden. Weitere Informationen unter www.badragartz.ch

Der historische Herzogshut

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„Apfelblütenei“ von Fabergé

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Ein Handschuh von Kaiser Maximilian II aus dem Jahr 1571

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Russische Ostereier in aller Vielfalt und Feinheit

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