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07.08.2014 |  Karlheinz Pichler

Geschindelt und verkabelt – Franziska Stiegholzer in der Schnepfauer Galerie 365

Die heute in Frastanz lebende und arbeitende Wiener Künstlerin Franziska Stiegholzer arbeitet bevorzugterweise ortsbezogen. Im Bregenzerwald haben es ihr die Schindeln angetan, die sie aus ihrem ursprünglichen Verwendungszusammenhang herauslöst und in der Schnepfauer Galerie 365 zu verdichteten Objekten arrangiert.

Die von der 1967 geborenen Absolventin der Wiener Akademie der Bildenden Künste Franziska Stiegholzer geschaffenen Kunstwerke sind zumeist von einer einfachen, klaren und reduzierten Formalsprache geprägt. Nicht zuletzt geht es ihr mit ihren Objekten darum, beim Betrachter eine Art von Direktheit und Unverfälschtheit des Schauens auszulösen. Ein weiteres Merkmal ihres Schaffens ist, dass sie sich bei ihren Installationen immer und intensiv auf die jeweilige Umgebung einlässt. In Schnepfau hat sie sich entsprechend mit dem dort allgegenwärtigen und kulturell sowie architektonisch bedeutsamen Material der Schindel auseinandergesetzt.

Serielle Anordnungen


In ihren neuen Arbeiten, die derzeit in der nach zwei Seiten hin offenen Galerie 365 in Schnepfau zu sehen sind, versucht sie eine aus der ursprünglichen Verwendung herausgelöste serielle Anordnung zu schaffen. Spannung und Bewegung durch die Verwendung der starren Holzschindeln, die sie mit flexiblen Kabelbindern zu ungewohnten Objekten formiert, stellen eine Herausforderung dar, die sich in ihren Objekten direkt widerspiegelt.

Vertikal aneinandergereiht oder schutzschildartig gekrümmt erinnern die skulpturalen Gebilde formal beispielsweise an Schutzpanzer oder an auseinandergezogene Ziehharmonikas. Wegstehende Kabelbinder vermitteln auf die Distanz Aggressivität oder Abwehrverhalten. Erst im Näherkommen löst sich die stachelige Gefährlichkeit auf, die weichen Plastikbinder führen sich selbst ad absurdum.

Fragile Leichtigkeit


Die Kabelbinder verleihen den Objekten aber auch eine leichte Beweglichkeit und Fragilität. Und dass die Gebilde, die am Boden, an Wänden und an der Decke platziert sind, tatsächlich empfindlich sind, hat sich mehrfach offenbart, als Sturmböen in den offenen Kunstraum hineingewütet haben, und manche der seriellen Formation aus der Façon gebracht wurden. Galeriebetreiber und Künstlerkollege Herbert Meusburger musste mehrfach dafür sorgen, dass die Installationen „repariert“ werden.

Am kommenden Samstag, dem  9.August, lädt Franziska Stiegholzer übrigens von 15 bis 17 Uhr zu Schindelbrot, Wein und Gespräch in der Galerie ein.

Franziska Stiegholzer: „g’schindelt“
Galerie 365, Schnepfau
Bis 8.9.2014
Zugänglich von 0 bis 24 Uhr

Erinnert an eine Ziehharmonika oder Raupe: Schindelskulptur von Franziska Stiegholzer:

Erinnert an eine Ziehharmonika oder Raupe: Schindelskulptur von Franziska Stiegholzer:

Franziska Stiegholzer: Ohne Titel, 2014

Franziska Stiegholzer: Ohne Titel, 2014

Wandarbeit aus Schindeln

Wandarbeit aus Schindeln

Franziska Stiegholzer: Ausstellungsansicht

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Franziska Stiegholzer: Installationsdetail

Franziska Stiegholzer: Installationsdetail

Schindelobjekt von Franzsika Stiegholzer

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